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Editorial

«westwärts«

NRW Theatertreffen 2011
in Wuppertal

Die neunzehn Stadt- und Landestheater in NRW bürgen auch in dieser Spielzeit für eine einzigartige Theaterlandschaft mit den unterschiedlichsten künstlerischen Konzepten und verschiedensten zeitgenössischen Theaterformen. Das «westwärts« NRW Theatertreffen 2011, unterstützt durch die Finanzierung des Landes, möchte diese künstlerische Vielfalt spiegeln, bemerkenswerte und künstlerisch herausragende Inszenierungen einladen und diese in der Woche vom 20.6.2011 bis zum 26.6.2011 in Wuppertal präsentieren.

Die Stadt- und Landestheater in NRW haben zu diesem Zweck jeweils eine Inszenierung unter den Maßgaben der Möglichkeiten der Wuppertaler Bühnen nominiert, von denen zehn für das NRW Theatertreffen (fünf Produktionen für die Bühne der Oper, fünf Produktionen für das Kleine Schauspielhaus) ausgewählt wurden. Die Auswahl der Stücke nahm eine Wuppertaler Jury vor, die aus Christian von Treskow (Schauspielintendant Wuppertal), Johannes Weigand (Opernintendant Wuppertal), Holger Weimar (Künstlerischer Leiter «westwärts« NRW Theatertreffen 2011) und der Wuppertaler Dramaturgie besteht. Während des Festivals wird es eine Festivaljury geben, die die Preise für die beste Inszenierung, den besten Schauspieler und den besten Nachwuchsschauspieler vergeben soll. Darüber hinaus wird ein Publikumspreis vergeben.

Das NRW Theatertreffen 2011 in Wuppertal, das heißt eine Woche lang die besten Inszenierungen aus dem ganzen Land, mit Vorstellungen aus Bielefeld, Bochum, Bonn, Dortmund, Düsseldorf, Essen, Köln, Neuss und Oberhausen. Und damit ist die ganze Welt zu Gast in Wuppertal:

„Die Orestie“ führt uns zurück zu den Ursprüngen des Theaters und dem Mythos von Trojas Untergang im antiken Griechenland. Der „Visitor Q“ ist ein Besucher aus dem fernen Japan, der den Zerfall der asiatischen Werte symbolisiert und in seinem Gepäck hat. Aus dem Frankreich des siebzehnten Jahrhundert kommt der „Geizige“, ein Familiendespot, der uns von der Aktualität der Macht des Geldes erzählt. Ödipus Familiengeschichte ist die Geschichte des Geschlechts der „Labdakiden“ und damit der Anfang unseres eigenen reflektierenden Ichs. Peter Handke erforscht in seinem Stück „Kaspar“ den Ursprung der Sprache und der Dinge, die damit bezeichnet werden. Elfriede Jelinek sucht in den Feldern des kleinen Ortes „Rechnitz“ nach den Spuren unserer Vergangenheit in Deutschland und Österreich. Und ein gewisser Herr „Oblomow“ würde so gerne auf Reisen gehen, wenn er es nur schaffen würde, einmal von seinem so bequemen Sofa im fernen Russland aufzustehen. Während Tom Gerber 1966 im fernen Deutschland ein entspanntes Frühstück zu sich nimmt und dabei „Pounding Nails“ in den Boden schlägt. Von einer Reise aus Paris zurück in ihren Kirschgarten kommt Andrejewna Ranewskaja, aber dort findet sie nur ihre lang verschüttete Geschichte und nicht die erhoffte Zukunft. Die Zukunft vor sich hat eigentlich auch die junge „Nora“, aber in einem Puppenhaus lässt sich keine tragfähige Vision für die Zukunft planen, egal ob das nun in Norwegen ist, oder sonst wo auf der Welt.

Um unsere Gegenwart und Zukunft, um unsere Realität und unsere Visionen geht es in allen diesen Geschichten. Erzählt werden sie auf unterschiedlichste Art von unterschiedlichsten Regisseuren und Schauspielern, mit unterschiedlichen Mitteln und Formen. Aber eins ist allen gemeinsam: eine Reise nach Wuppertal, um uns ihre Geschichte zu erzählen.

Begleitet wird dieses Theaterprogramm durch ein umfangreiches Rahmenprogramm. So wird die Eröffnung des NRW Theatertreffens am Montag, den 20.6.2011 auf dem Vorplatz des Wuppertaler Schauspielhauses stattfinden. Die umfangreiche Jugendarbeit der Theater in NRW soll hier gewürdigt werden und ein Forum bekommen. Eine Show unter Mitwirkung der Kinder- und Jugendtheater wird so den Auftakt für das Theatertreffen bilden. Einen Blick in die Zukunft der Städte wird es am 25.6.2011 auf dem Theaterparcours «westworld – Stadt der Zukunft« unter der Mitwirkung der NRW Stadt- und Landestheater in Wuppertal geben. Den ganzen Tag über werden sich die NRW Theater an unterschiedlichen Spielstätten, verteilt in der ganzen Stadt, in Lesungen, Monologen und kurzen Szenen mit ihrer Vision von der Stadt in der Zukunft auseinandersetzen. Die strukturelle Situation der Theater wird in einer Veranstaltung des NRW Kultursekretariat im Rahmen des NRW Theatertreffens mit der Fortführung der letztjährigen Arbeitstagung «Düsseldorfer Debatte« (17.3.2010), der «Wuppertaler Debatte«, einen zentralen Raum finden. Podiumsdiskussionen, Konzerte und ein speziell eingerichtetes Festivalzentrum runden das NRW Theatertreffen in Wuppertal ab.

Die Schirmherrschaft über das NRW Theatertreffen wird die Ministerin für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen Ute Schäfer übernehmen.

Christian von Treskow
Schauspielintendant Wuppertaler Bühnen

Holger Weimar
Künstlerische Leitung «westwärts« NRW Theatertreffen 2011

Gefördert vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen

Gefördert vom Ministerium für Familie, Kinder,
Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen


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Grußbotschaften


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Eingeladene Stücke

Rheinisches Landestheater Neuss

Die Orestie

Aischylos/Peter Stein //// Antikenepos

Im Kleinen Schauspielhaus

20. Juni (20:00 – ca. 22:30 Uhr)

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Familienschlachtfest im Haus der Atriden: Königin Klytaimestra hat ihrem Gatten Agamemnon die Opferung der Tochter Iphigenie nicht verziehen. Aus Troja siegreich zurückgekehrt, geht Agamemnon seiner Frau ahnungslos ins Netz und stirbt durch ihr Beil. Die Kinder, Orest und Elektra, sinnen auf Rache. Büßen soll Klytaimestra für den Mord: der Sohn tötet die Mutter. Doch kaum ist die Tat vollbracht, sind Orest die Rachegöttinnen auf den Fersen. Orest aber genießt starke Protektion durch Apoll und Athene. Die Götter inszenieren ein Gericht, besetzt mit Athener Bürgern, das mit dem Prinzip der Blutrache ein für allemal abschließen und es durch ordentliche Rechtsprechung ersetzen soll. Der Muttermörder wird freigesprochen, und die Rachegöttinnen besänftigt Athene, indem sie sie als Schutzgottheiten der Stadt beruft. In einer schlanken, flexiblen Textfassung, basierend auf der Prosaübersetzung von Peter Stein, spielen sieben Schauspieler alle Rollen und den Chor.

  • Inszenierung Catharina Fillers
  • Bühne und Kostüme Ivonne Theodora Storm
  • Chorleitung Simone Sima Younossi
  • Dramaturgie Alexandra Jacob
  • Mit Joachim Berger, Katharina Dalichau, Hergard Engert, Emilia Haag, Claudia Felix, Michael Großschädl, Linda Riebau, Henning Strübbe

Theater Dortmund

Visitor Q

frei nach Motiven aus dem Film von Takashi Miike //// Uraufführung

Im Kleinen Schauspielhaus

Altersfreigabe: ab 18 Jahren
21. Juni (20:00 – ca. 21:45 Uhr)

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Die Familie, die der japanische Regisseur Takashi Miike in seinem Film Visitor Q modellhaft vorführt, ist völlig derangiert: Ein Sohn, der seine drogenabhängige Mutter schlägt, ein Vater, der bei diesen Gewaltausbrüchen zusieht und eine inzestuöse Beziehung zur Tochter eingeht. Der Vater, ein Fernsehproduzent, ist ständig damit beschäftigt, die Exzesse von Gewalt mit seiner Kamera zu dokumentieren. In dieses zerschlagene Gefüge setzt Miike den Visitor Q: ein Eindringling ohne Geschichte, der zum vermeintlich teilnahmslosen Betrachter der grotesken Gewaltorgie in der Familie wird und diese beschleunigt. Die Figur wird zur Verlängerung des voyeuristischen Zuschauerblicks in den Film hinein.

Die Theateradaption Visitor Q am Schauspiel Dortmund ist eine Reflexion über den Zerfall der Familie als symbolische Ordnung. Aber noch mehr ist sie eine Auseinandersetzung mit den medialen Bedingungen von Film, Theater und ihren Erzähltechniken. Inwiefern ist die Darstellung von Gewalt selbst Gewaltanwendung? Und wie verhält sich der Schauspieler zu dem Umstand, dass es schlichtweg Undarstellbares gibt? Welche Wirklichkeit lässt sich noch abbilden – und wie?

Video Interview mit Martin Laberenz (Regie)

  • Regie Martin Laberenz
  • Ausstattung Oliver Helf
  • Kamera Daniel Hengst
  • Licht Rolf Giese
  • Dramaturgie Alexander Kerlin
  • Mit Maik Franeck, Ekkehard Freye, Björn Gabriel, Caroline Hanke, Jessy Key, Sebastian Kuschmann, Eva Verena Müller

Theater Bielefeld

»DER GEIZIGE«

von PeterLicht

Im Kleinen Schauspielhaus

22. Juni (18:00 – 19:30 Uhr)

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Vater Harpagon, nicht mehr der Allerjüngste, ist in der unangenehmen Situation, von jungen Menschen umgeben zu sein, die alle auf seinen Tod warten, um ihr Erbe, seinen Reichtum, zu bekommen. Doch sein Misstrauen in die Kinder und Bediensteten gibt Harpagon immer wieder neue Energie zum Weiterleben, und er entwickelt immer neue Strategien, um den angehäuften Reichtum zu bewahren und zu vermehren. Die Jungen richten sich in einem Warteleben im Vorzimmer der Biografie ihres Vaters ein, glauben dass ihnen etwas zusteht. Aber was passiert mit ihnen, wenn die Alten immer älter werden? Als Antwort bittet Harpagon zu Tisch. Zum Quatschen. Über Geld und Generationen.

2009 verfasst der Popkünstler PeterLicht eine Adaption von Molièrs Komödie Der Geizige. Aber eigentlich hat er ein neues Stück geschrieben, fast so, als hätte man mit Probenbeginn den Text von Molière gelesen und sich dann davon ausgehend mit unserer deutschen Gegenwart auseinandersetzend zu einer neuen, modernen Sicht auf den Geiz geeinigt. Der Generationenkonflikt ist keine Medienerfindung, sondern seit jeher eine Auseinandersetzung zwischen Alt und Jung. Die Frage lautete dabei immer: Wer ist dran? Und dabei ging’s und geht’s ums Geld – worum auch sonst?

  • Inszenierung Dariusch Yazdkhasti
  • Bühne und Kostüme Katja Reetz
  • Musikalische Einstudierung Maziar Yazdkhasti
  • Dramaturgie Claudia Lowin
  • Regieassistenz Johanna Neugebauer
  • Mit Georg Böhm, Christina Huckle, Charlotte Puder, Thomas Wolff, Maziar Yazdkhasti, John Wesley Zielmann

Schauspielhaus Bochum

Die Labdakiden //// Eine Politsaga – Ödipus, Sieben gegen Theben, Die Phönikerinnen und Antigone

von Sophokles, Aischylos und Euripides

Im Opernhaus

22. Juni (20:00 – ca. 23:30 Uhr)

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In »Die Labdakiden« inszeniert Roger Vontobel eine wuchtige Saga über die Kraft und Zerstörung von Politik. Die Geschichte einer Dynastie, in der Macht, politische Strategie und familiäre Bande untrennbar verstrickt sind; der Mythos von Ödipus an einem Theaterabend nach vier Stücken der drei großen antiken Tragödiendichter: König Ödipus, Sieben gegen Theben, Die Phönikerinnen und Antigone.

Theben steckt in einer schweren Krise und es heißt, nur wenn der Mörder von König Laios, Ödipus’ Vorgänger, gefunden und aus der Stadt vertrieben würde, bestünde Hoffnung. Ödipus macht sich sogleich daran, den alten Mordfall aufzuklären, doch die Familie hütet ein dunkles Geheimnis. Nach und nach findet Ödipus heraus, dass er selbst Laios’ Mörder ist, dass Laios noch dazu sein leiblicher Vater ist und Iokaste, seine Frau, in Wahrheit seine Mutter. Von der eigenen Blindheit erschüttert, sticht er sich die Augen aus. Seine Söhne, Eteokles und Polyneikes, stürzen die Stadt im Streit um die Thronfolge in den Krieg und sterben beide – einer von der Hand des anderen. Antigone, die Schwester, will auch den Bruder, der gegen die Stadt gekämpft hat, bestatten. Doch das verbietet ihr Onkel Kreon, der sich als neuer Herrscher der Stadt bemüht, Recht und Ordnung wiederherzustellen.

  • Regie Roger Vontobel
  • Bühne Claudia Rohner
  • Kostüme Nadine Grellinger
  • Musik Joe Masi, Daniel Murena
  • Dramaturgie Anna Haas, Thomas Laue
  • Mit Manfred Böll, Matthias Eberle, Jonas Gruber, Paul Herwig, Barbara Hirt, Dieter Hufschmidt, Katharina Linder, Dimitrij Schaad, Michael Schütz, Lena Schwarz, Philipp Weigand, Anke Zillich

Theater Bonn

Kaspar

von Peter Handke

Im Kleinen Schauspielhaus

23. Juni (18:00 – ca. 19:30 Uhr)

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Was denkt und fühlt ein Mensch, wenn er keine Sprache hat? Hat er ein Bewusstsein? Eine Erinnerung? Eine innere Ordnung? Was macht den Mensch zum Menschen? Zu Beginn des Stückes hat Kaspar nur einen Satz: „Ich möcht ein solcher werden wie einmal ein andrer gewesen ist.“ Mit diesem Satz drückt er alles aus, was er sieht und fühlt. Anonyme Einsager drillen ihm nun die Handhabung der Sprache ein, denn Sprache schafft Ordnung. Doch sie verwirren ihn, bis er nur mehr unartikulierte Laute von sich gibt. Jetzt kann er gesellschaftskonform neu geschaffen werden. Ordnung und Werte werden ihm eingehämmert, bis er zu einem Teil der perfekt gleichgeschalteten Massengesellschaft geworden ist, bis zur Verwechselbarkeit integriert.

Peter Handke erzählt in KASPAR von der Abrichtung des Menschen zum Menschen. In einer dezidiert politischen Zeit hat Handke 1968 eine komische und hellsichtige Zeitdiagnose gestellt.

  • Inszenierung Alexander Riemenschneider
  • Ausstattung Rimma Starodubzeva
  • Musik Tobias Vethake
  • Licht Lothar Krüger
  • Dramaturgie Stephanie Gräve
  • Mit Anastasia Gubareva, Nikolai Plath, Hendrik Richter, Nina V. Vodop'yanova

Düsseldorfer Schauspielhaus

Rechnitz (Der Würgeengel)

von Elfriede Jelinek

Im Opernhaus

23. Juni (20:00 – ca. 22:45 Uhr)

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In der Nacht auf den 25. März 1945 wurden in Rechnitz, einem Dorf an der österreichischen Grenze zu Ungarn, 180 jüdische Zwangsarbeiter ermordet. Obwohl viele Einzelheiten des Verbrechens ans Licht kamen, konnten bis heute weder die Opfer gefunden, noch die Haupttäter zur Rechenschaft gezogen werden.

Die besonderen Umstände der Tat weckten über sechzig Jahre später noch einmal das Interesse der Medien. Angestoßen durch das Buch des englischen Boulevardschreibers David R. L. Litchfield über die Geschichte der Thyssen-Familie entwickelte sich 2007 eine Kontroverse um die Beteiligung der Thyssen-Enkelin Margit Batthyány am Massaker von Rechnitz. Sie bot Gelegenheit, die Details in der Mordnacht dramatisch zu beleuchten.

Neben den historischen Fakten und den für makabre Schlagzeilen geeigneten Umständen ist das rätselhafte Verschwinden der Leichen ein Hauptmotiv in Elfriede Jelineks Text. Mehrfach und sobald neue Hinweise auftauchten, wurde nach dem Massengrab geforscht. Ohne Erfolg. Die Grabungen wie auch das Reden und Schweigen der Rechnitzer in den Jahren 1990 bis 1993 wurde vom Dokumentarfilm »Totschweigen« dokumentierte. Er lieferte Jelinek das Thema und die Metapher für ihr Schreiben, den Vorgang des Grabens, das ergebnislos bleibt.

  • Inszenierung Hermann Schmidt-Rahmer
  • Bühne Katrin Nottrodt
  • Kostüme Michael Sieberock-Serafimowitsch
  • Video Matthias Lippert
  • Komposition Wolfgang Böhmer
  • Licht Hans-Joachim Börensen
  • Ton Hans-Jürgen Becke
  • Dramaturgie Stephan Wetzel
  • Mit Miguel Abrantes Ostrowski, Daniel Christensen, Markus Danzeisen/Marian Kindermann, Marianne Hoika, Katrin Röver, Wolfram Rupperti, Janina Sachau, Susanne Tremper

Schauspiel Köln

Oblomow //// Wann soll man denn leben?

von Iwan Alexandrowitsch Gontscharow

Im Opernhaus

24. Juni (19:30 – ca. 23:00 Uhr)

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Oblomow, Edelmann von Geburt, ein Mensch mit großem Herzen und einer kristallklaren Seele, wohnt seit zwölf Jahren beständig in Petersburg. In seinem Leben folgt ein Tag dem anderen, die Jahre fliegen dahin, der Flaum um sein Kinn wird zu einem struppigen Bart, die strahlenden Augen verwandeln sich in zwei trübe Punkte, die Gestalt rundet sich, das Haar beginnt unbarmherzig auszugehen und das Leben zerfällt in seinen Augen in zwei Hälften: Die eine setzt sich aus Arbeit und Langeweile zusammen, die zweite aus Ruhe und friedlicher Fröhlichkeit. Infolgedessen macht ihn sein Beruf auf eine sehr unangenehme Weise stutzig: Alles muss schnell gehen, alle haben es eilig und gönnen sich keine Ruhe; sowie sie mit einer Sache fertig sind, stürzen sie über eine andere her, als ob gerade diese die Hauptsache wäre; wenn sie aber damit fertig sind, verfällt auch diese der Vergessenheit, und eine dritte Angelegenheit kommt daher, und so geht es bis in die Unendlichkeit fort. Oblomow entledigt sich seines Berufes und genau hier setzt der Theaterabend an. Schließlich stellt er die Frage: »Wann soll man denn Leben? Wann leben?« und nach einer unglücklichen Liebe, lässt ihn der Anblick zerstreuten Zuckers an sein verschüttetes Leben denken; ihn erfasst ein starkes Fieber und so stirbt unser Held an krankhaft vergrößertem Herzen. Es tut uns leid. So geht das Leben. Und wann hören Sie auf zu arbeiten?

  • Regie Alvis Hermanis
  • Bühne und Kostüme Kristine Jurjane
  • Dramaturgie Götz Leineweber
  • Mit Gundars Abolins, Robert Dölle, Albert Kitzl, Lysander Lenzen, Martin Reinke, Dagmar Sachse, Torsten Peter Schnick

Schauspiel Essen //// Eine Kooperation mit dem Badischen Staatstheater Karlsruhe und arts in dialog

Pounding Nails in the Floor with my Forehead

von Eric Bogosian //// Deutschsprachige Erstaufführung

Im Kleinen Schauspielhaus

24. Juni (20:00 – ca. 21:30 Uhr)

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Ein Mann, eine Bühne, ein Mikro und viele Geschichten. Hier wird Stand-up-Comedy auf ein neues Niveau gehoben. Mit großer Lust, heißer Wut und tiefschwarzem Humor entlarvt Eric Bogosian, mehrfach ausgezeichneter US-Dramatiker und Comedian, die Gleichgültigkeit und die gedankenlose Gier unserer neoliberalen Konsumgesellschaft. Kopf und Herz korrumpiert durch die Informationsflut der Medien und die Manipulationsmechanismen der Werbung, beschleicht seine Figuren das Gefühl, den Anschluss an die Wirklichkeit längst verloren zu haben. Unbarmherzig schleudern sie dem sie umgebenden Chaos ihren beißenden Sarkasmus entgegen und betrachten dennoch ihre Optionen illusionslos: Man könnte sich gegenseitig herzlich auslachen – oder zum Serienkiller werden.

  • Inszenierung Donald Berkenhoff
  • Mit Tom Gerber

Wuppertaler Bühnen

Der Kirschgarten

Komödie von Anton Tschechow

Im Opernhaus

25. Juni (19:30 – ca. 22:00 Uhr)

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Gutsbesitzerin Ranjewskaja kehrt zu ihrer Familie zurück, das Anwesen soll zwangsversteigert werden. Der Kaufmann Lopachin schlägt vor, die Bäume abzuholzen, das Land in Parzellen aufzuteilen und gewinnbringend zu verpachten. Die Familie ist entsetzt, sie kann sich nicht vorstellen, den schönen Kirschgarten wegen ein paar Schulden opfern zu müssen. Lopachin nutzt die Chance, ersteigert selbst das gesamte Gut und setzt seinen Plan in die Tat um. Die Familie fällt mit ungewisser Zukunft auseinander.

Der Kirschgarten beginnt zwar mit einer Ankunft, handelt eigentlich jedoch vom Abschied – von Russlands feudaler Gesellschaftsschicht; von eingefahrenen Ritualen, Denkmustern und Lebensweisen; von einem alten Leben, um den Aufbruch in ein neues zu ermöglichen. Und stellt die Frage, was eine Gesellschaft verliert, für die selbst der Wert der Ästhetik nur noch auf die Frage nach dessen ökonomischem Nutzwert reduziert wird.

  • Inszenierung Christian von Treskow
  • Bühne Jürgen Lier
  • Kostüme Dorien Thomsen
  • Musik Sebastian Weber
  • Dramaturgie Oliver Held
  • Mit Thomas Braus, Oliver Held, Gregor Henze, An Kuohn, Maresa Lühle, Juliane Pempelfort, Oliver Picker, Andreas Ramstein, Anne-Catherine Studer, Hendrik Vogt, Lutz Wessel, Julia WoIff

Theater Oberhausen

Nora oder Ein Puppenhaus

von Henrik Ibsen

Im Opernhaus

26. Juni (18:00 – ca. 19:45 Uhr)

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Ein Weihnachtsidyll: In ihrem gemütlichen Heim freuen sich der reizende Advokat Helmer, seine entzückende Frau Nora und ihre niedlichen Kinder auf das Fest der Liebe. Er nennt sie zärtlich sein »Eichhörnchen« und »Singvögelchen«, sie schmückt den Weihnachtsbaum – und rettet ihm, heimlich, ohne dass er davon wissen darf, das Leben. Als ein Erpresser Nora unter Druck setzt und ein Freund der Familie dem Tode nahe ist, fällt auf das familiäre Idyll plötzlich ein dunkler Schatten.

Gefragt, was ihn denn an Ibsens Nora Stoff interessiere, antwortete der Komödien- und Horrorspezialist Herbert Fritsch: »Die Familie als kleinste Einheit, als Zelle von kriminellen Vereinigungen.«

  • Regie und Bühne Herbert Fritsch
  • Kostüme Victoria Behr
  • Musik Otto Beatus
  • Dramaturgie Tilman Raabke
  • Mit Torsten Bauer, Nora Buzalka, Manja Kuhl, Henry Meyer, Jürgen Sarkiss

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Preisträger

Bester Nachwuchsschauspieler

Dimitrij Schaad (Schauspielhaus Bochum „Die Labdakiden“)
in den Rollen des Polyneikes und Haimon

Beste Schauspielerin

Manja Kuhl (Theater Oberhausen „Nora oder ein Puppenhaus“)
in der Rolle der Nora

Bester Schauspieler

Albert Kitzl (Schauspiel Köln „Oblomow – Wann soll man denn leben?“)
in der Rolle des Sachar

Preis der Jugendjury

Das Rheinische Landestheater Neuss
Aischylos / Peter Stein: Die Orestie
Regie: Catharina Fillers

Publikumspreis

Düsseldorfer Schauspielhaus
Elfriede Jelinek: Rechnitz (Der Würgeengel)
Regie: Hermann Schmidt-Rahmer

Beste Inszenierung

Theater Bonn
Peter Handke: Kaspar
Regie: Alexander Riemenschneider


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Spielplan

Montag, 20. Juni

18:00 Uhr
auf dem Vorplatz des Schauspielhauses

ERÖFFNUNG
«westwärts« NRW THEATERTREFFEN 2011

Der Schauspielhausvorplatz verwandelt sich in eine offene Bühne mit Musik, Tanz und einigen Visionen.

20:00 – ca. 22:30 Uhr
im Anschluss
Publikumsgespräch

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Das Rheinische Landestheater Neuss

Die Orestie //// Antikenepos

Aischylos/Peter Stein

Dienstag, 21. Juni

9:30 – 17:30 Uhr
Anmeldung erforderlich

WUPPERTALER DEBATTE

Eine Veranstaltung von NRW KULTURsekretariat in Verbindung mit NRW Theatertreffen

Teilnahme nur nach vorheriger Anmeldung möglich:
www.nrw-kultur.de //// Tel (0202) 6982700

20:00 – ca. 21:45 Uhr
im Anschluss Publikumsgespräch

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Schauspiel Dortmund

Visitor Q //// Uraufführung

frei nach Motiven aus dem Film von Takashi Miike //// Altersfreigabe: ab 18 Jahren

22:30 Uhr
Freier Eintritt

Roman //// Konzert

Mittwoch, 22. Juni

18:00 – ca. 19:30 Uhr
im Anschluss Publikumsgespräch

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Theater Bielefeld

»DER GEIZIGE«

von PeterLicht. Ein Familiengemälde nach Molière

20:00 – ca. 23:30 Uhr
im Anschluss Publikumsgespräch

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Schauspielhaus Bochum

DIE LABDAKIDEN //// Eine Politsaga – Ödipus, Sieben gegen Theben, Die Phönikerinnen und Antigone

von Sophokles, Aischylos und Euripides

23:00 Uhr
Freier Eintritt

MA1.6 //// Clubnacht

IKONIKA, DNMK, MAIK OLLHOFF, JOHN&PAUL

Donnerstag, 23. Juni

11:00 Uhr
Kronleuchterfoyer
Freier Eintritt

MATINEE PODIUMSDISKUSSION //// «westworld – Geschichten aus der Zukunft«

Das Theater und seine Identität in den Städten von morgen

15:00 Uhr
Start am Schauspielhaus
Freier Eintritt

Stadtführung //// Wuppertal zwischen Kultur und Textilien

Ein 90-minütiger Rundgang durch Elberfeld führt vom Schauspielhaus ins Luisenviertel.

18:00 – ca. 19:30 Uhr
im Anschluss Publikumsgespräch

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Theater Bonn

KASPAR

von Peter Handke

20:00 – ca. 22:45 Uhr
im Anschluss Publikumsgespräch

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Düsseldorfer Schauspielhaus

RECHNITZ (Der Würgeengel)

von Elfriede Jelinek

22:00 Uhr
Freier Eintritt

Leik Eick //// Konzert

Freitag, 24. Juni

19:30 – ca. 23:00 Uhr
im Anschluss Publikumsgespräch

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Schauspiel Köln

OBLOMOW //// Wann soll man denn leben?

von Iwan Alexandrowitsch Gontscharow

20:00 – ca. 21:30 Uhr
im Anschluss Publikumsgespräch

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Schauspiel Essen

POUNDING NAILS IN THE FLOOR WITH MY FOREHEAD //// Deutschsprachige Erstaufführung

von Eric Bogosian

20:00 Uhr
Container am Opernhaus
Freier Eintritt

POETRY SLAM

Ein Projekt der Theaterpädagogik der Wuppertaler Bühnen

22:00 Uhr
Freier Eintritt

Waits 4 Devil //// Konzert

Samstag, 25. Juni

11:00 – 19:00 Uhr
Start am Schauspielhaus
Freier Eintritt

THEATERPARCOURS
«westworld – Stadt der Zukunft«

19:30 – ca. 22:00 Uhr
im Anschluss Publikumsgespräch

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Wuppertaler Bühnen

DER KIRSCHGARTEN

Komödie von Anton Tschechow //// zum letzten Mal!

22:00 Uhr
Freier Eintritt

Sonntag, 26. Juni

12:00 Uhr
Kronleuchterfoyer
Freier Eintritt

Matinee WUPPERTALER DEBATTE

Eine Veranstaltung von NRW KULTURsekretariat in Verbindung mit NRW Theatertreffen

18:00 – ca. 19:45 Uhr

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Theater Oberhausen

NORA oder Ein Puppenhaus

von Henrik Ibsen

21:00 Uhr

Abschlussveranstaltung
«westwärts« NRW THEATERTREFFEN 2011


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Rahmenprogramm

Eröffnung

20. Juni
18:00 Uhr
Schauspielhausvorplatz

Eine offene Bühne vor dem Schauspielhaus und alle Generationen sind versammelt: Zur Eröffnung des NRW Theatertreffens

2011 präsentiert THEATER BONN eine Kostprobe eines ungewöhnlichen Chor und Theaterprojekts:
The GROOVE@GRUFTIES, Jugendliche bis 25 und gestandene Menschen ab 63 singen gemeinsam in einem generationenübergreifenden Chor ein breit gefächertes Repertoire aus dem Rock-und Pop-Genre, von Nirvana bis Tina Turner, über Arcade Fire bis zu den Fantastischen Vier, Das Theater Dortmund schickt seine Theaterpartisanen, acht Jugendliche aus Dortmund, die von ihrer Suche nach Identität und Glück aus ihrem Alltag erzählen. KAPELSKY ergründen mit Polka und Klezmer die slawische Seele bis in den Orient. Die Oper Wuppertal zeigt aus dem »Drachen von Dönberg«, dass sie nicht nur die hohen Töne beherrscht!

Kapelsky

Infiziert vom Ostvirus jagen drei Kulturvagabunden dem Mythos der überschwänglichen Melancholie nach. Mit Polka und Klezmer ergründen sie die slawische Seele bis in den Orient. Eine gute Ladung Swing steht den Saitenvirtuosen dabei zur Seite - irgendwo dahinten, wo der Pfeffer wächst….

www.myspace.com/kapelsky

The Groove@Grufties

Der Generationenchor Theater Bonn

"Die heutige Jugend ist völlig verdorben. Das löst bei uns Älteren begreiflicherweise einen kolossalen Neid aus."

Zur Eröffnung des NRW Theatertreffens präsentiert THEATER BONN eine Kostprobe eines ungewöhnlichen Chor- und Theaterprojekts: Jugendliche von 17 bis 25 und gestandene Menschen von 63 bis 80 singen gemeinsam in einem generationenübergreifenden Chor ein breit gefächertes Repertoire aus dem Rock- und Pop-Genre, von Nirvana bis Tina Turner, über Arcade Fire bis zu den Fantastischen Vier. Dieses Chorporjekt wird im Dezember 2011 zu einem Theaterabend über Jugend und Alter entwickelt werden.

Konzept, Regie und Musikalische Leitung: Michael Barfuß

Wuppertaler Debatte

21. Juni
9:30 – 17:30 Uhr
Anmeldung erforderlich

26. Juni Matinee
12:00 Uhr
Opernhaus

Logo NRW Kultursekretariat Wuppertal

Zum 17.3.2010 hatte das NRW KULTURsekretariat zu einer Diskussion mit knapp 100 Vertretern von Theatern, Kulturverwaltung und -politik über die Zukunft der Theaterlandschaft NRW eingeladen. In dieser »Düsseldorfer Debatte«, die jetzt mit der »Wuppertaler Debatte« fortgeführt wird, wurde über Strukturen, Arbeitsweisen und Inhalte diskutiert. Vorbereitet wird diese Debatte durch eine Runde aus Vertretern der Theaterszene in NRW.

Das Ergebnis und die Diskussionspunkte dieser Gespräche werden am 26.6. im Rahmen einer Matinee öffentlich präsentiert.

Publikumsgespräche nach jeder Vorstellung

Publikumsgespräche

Nach jeder Vorstellung eröffnen wir Publikumsgespräche mit Schauspielern, Regisseuren und Dramaturgen, um Einblicke in die Produktionsprozesse, Arbeitsweisen und Interpretationsansätze zu geben.

23. Juni
11:00 Uhr
Kronleuchterfoyer

MATINEE PODIUMSDISKUSSION //// «westworld – Geschichten aus der Zukunft«

Das Theater und seine Identität in den Städten von morgen

Teilnehmer/innen:
Dr. Elisabeth Schweeger (Intendantin der Kunstfestspiele Herrenhausen, Hannover)
Dr. Frank Raddatz (Dramaturg, Journalist Theater der Zeit, Berlin)
Tilman Raabke (Dramaturg, Theater Oberhausen)
Christian von Treskow (Schauspielintendant Wuppertaler Bühnen)

Moderation:
Karin Fischer (Deutschlandradio, Köln)

23. Juni
15:00 Uhr
Start am Schauspielhaus

Stadtführung //// Wuppertal zwischen Kultur und Textilien

Eine Stadtführung begibt sich am 23.6. auf die Spuren von »Kultur und Textilien« in Wuppertal.

Theaterparcours «westworld – Stadt der Zukunft«

25. Juni
11.00 - 19.00 Uhr
Start am Schauspielhaus

Eintritt frei!
Es gibt einen kostenlosen Shuttle-Bus, der von Spielstätte zu Spielstätte fährt.

Die Theater in NRW sind kulturelle und soziale Zentren in ihren jeweiligen Städten. Unverwechselbar prägen sie das Bild des politischen und gesellschaftlichen Zusammenlebens wie kaum eine andere In- ­sti­tution. Sie sind Sprachrohr für gesellschaftliche Zustände und Seismographen für politische Verän­derungen. Doch die Existenz vieler Kommunen in ihrer bisherigen Form ist bedroht.

Im Rahmen des NRW Theatertreffens befragen wir die Theater nach der Gegenwart, der Zukunft und den Visionen für das Zusammenleben in den Städten in NRW: «westworld – Stadt der Zukunft«.

Am 25.6. inszenieren wir eine Reise durch Wuppertal mit unterschiedlichen Stationen, Veranstaltungen und Begeg­nun­gen. Dort werden die Theater ihre Visionen in Form von Inszenierungen, Lesungen und Performances präsentieren.

Programm als PDF downloaden

SCHAUSPIELHAUS //// Bundesallee 260, 42103 Wuppertal

11:00 Uhr

Wuppertaler Bühnen
Die Stadt als Text von Michel Butor

Lesung mit Christian von Treskow

11:10 Uhr

Theater Aachen

11:25 Uhr

Theater Bonn
Leidenschaft und Kostendeckungsgrad.

Eine Collage aus Volkes Stimme bei der Bürgerbefragung »Bonn packt’s an!«

11:50 Uhr

Westfälische Kammerspiele Paderborn

Textauszug aus Hello - Goodbye von Corinna Sigmund
Mit Franziska Schlaghecke und Thomas Pasieka

bis 12:10 Uhr

DIE BÖRSE //// Wolkenburg 100, 42119 Wuppertal

12:30 Uhr

Schauspiel Essen
Held des Tages – Die Stadt in 45 Minuten

Eine Stadterkundungsreihe des Schauspiel Essen, eine Suche nach der Dramatik des Alltags, nach dem Besonderen im Normalen, nach der Poesie in unserer Umgangssprache.
Mit Johann David Talinski

13:20 Uhr

Das Rheinische Landestheater Neuss
Theater der Zukunft in einer Gesellschaft der Vielen

Leseperformance zum »Manifest der Vielen«
Leitung/Textfassung: Barbara Noth
Mit Stefan Schleue, Michael Großschädl, André Felgenhauer, Christiane Nothofer

bis 13:40 Uhr

NEUER KUNSTVEREIN //// Hofaue 51, 42103 Wuppertal

14:00 Uhr

Schauspiel Dortmund
Apokalypsen – Städte am Ende der Zeit vom Lem bis Borroughs

Eine Lesung mit Luise Heyer und Christoph Jöde
Eingerichtet von Alexander Kerlin (kainkollektiv)
Musik und Video: Daniel Hengst

14:30 Uhr

Schauspielhaus Bochum
Soll und Haben im Hier und Jetzt

Eine interaktiv-diskursive Performance auf der Suche nach einem neuen Kulturbegriff
Von und mit Martin Horn

bis 14:50 Uhr

OLGA – RAUM FÜR KUNST //// Ludwigstraße 14 – 42105 Wuppertal

ab 15:00 Uhr

»Lebensrollen«
Eine Ausstellung der Pina Bausch Stiftung

Ausstellungseröffnung und Fest

STADTHALLE //// Johannisberg 40, 42103 Wuppertal

15:15 Uhr

Theater Hagen
Rigoletto-Quartett – aus der Nachtcafé-Reihe

15:30 Uhr

Theater Oberhausen
Lieder vom Theater Oberhausen

Mit Anja Schweitzer, Susanne Burkhard und Otto Beatus

15:55 Uhr

Wuppertaler Bühnen
Ende gut von Sybille Berg

Lesung mit Julia Wolff

bis 16:15 Uhr

DER ORT //// Luisenstraße 116, 42103 Wuppertal

16:35 Uhr

Theater Bielefeld
Empört Euch! – Szenischer Dialog

Mit Guido Wachter und Thomas Wolff

17:00 Uhr

Burghofbühne Dinslaken
Bericht für eine Akademie von Franz Kafka

bis 17:20 Uhr

CAFÉ ADA //// Wiesenstraße 6, 42105 Wuppertal

17:00 Uhr

Opernchor der Wuppertaler Bühnen und Wuppertaler Chor Eski Dostlar

Zum ersten Mal präsentieren der Opernchor der Wuppertaler Bühnen und der Wuppertaler Chor Eski Dostlar ein gemeinsames Konzertprogramm. Während der Opernchor spätromantische Arrangements alter türkischer Volkslieder von bekannten Komponisten der ersten Republikgeneration interpretiert, singen die türkischen Sänger Lieder der türkischen Kunstmusik, begleitet von mehreren Instrumentalisten, die auch solistisch in Makams ihr virtuoses Können darstellen.

bis 18:00 Uhr

HEBEBÜHNE //// Mirker Straße 62, 42105 Wuppertal

17:50 Uhr

Wuppertaler Bühnen
Dem Monster ins Maul...

Eine Performance der Jugendclubs der Wuppertaler Bühnen

18:10 Uhr

Schauspiel Köln
Rheinischen Rebellen unterwegs - Verkatert zwischen Chargesheimers Knochen

Ausschnitte aus den Arbeiten »Bau mir ein Haus aus den Knochen von Chargesheimer« und »Wenn du einen Kater hast, sieht jede Stadt wie Köln aus«.
Von und mit dem Jugendklub des Schauspiel Köln.

bis ca. 19:00 Uhr

Lebensrollen Eine Ausstellung der Pina Bausch Stiftung

ab 25. Juni
Eröffnung 15:00 Uhr
Olga – Raum für Kunst,
Ludwigstraße 14

Fest am Abend:
25.6.11, ab 22:00 Uhr
vor dem Schauspielhaus

Ausstellung Lebensrollen

Vor über 12 Jahren hatte es mit einer Zeitungsannonce angefangen: 1998 suchte Pina Bausch »Laiendarsteller ab 65«, um mit ihnen ihr 1978 entstandenes Stück Kontakthof neu einzustudieren. Am 25. 2. 2000 war es soweit – das Stück Kontakthof. Mit Damen und Herren ab ›65‹ wurde in Wuppertal uraufgeführt. Zuvor hatten sich die Frauen und Männer, die über so gut wie keine Bühnenerfahrungen verfügten, in über einjähriger Probezeit unter Anleitung von Beatrice Libonati und Jo Ann Endicott das Dreistunden-Stück erarbeitet. Später begleitete auch Bénédicte Billiet die Proben. Bis zu diesem Jahr gaben die Seniorinnen und Senioren Gastspiele in ganz Europa und feierten in Ländern wie Frankreich, Großbritannien, Italien und Spanien rauschende Erfolge. Eine Zeit, die nachhaltig auf das Leben der Damen und Herren ab 65 wirkte: In den Anfängen z. B. die große Herausforderung, den Ansprüchen für die Bühne gerecht zu werden, das Überwinden körperlicher und innerlicher Barrieren sowie das Entdecken vollkommen neuer Aktionsbereiche. Später der Umgang mit den neu gewonnenen Fähigkeiten und Erlebnissen und deren Wirkung auf das alltägliche Leben und nun – über 10 Jahre später – der Abschied von diesem ganz besonderen Lebensabschnitt, denn der endgültig letzte Vorhang für den Kontakthof mit Damen und Herren ab ›65‹ fiel am 8. 2. 2011 in Saint Nazaire (Frankreich).

Die Pina Bausch Stiftung begleitete aus diesem Anlass das Ensemble und ließ den ehemaligen Tänzer Jakob Andersen, Gespräche mit den Schauspieler/innen führen: In kurzen Interviews beschrieben die Damen und Herren, wie die Rolle auf ihr Leben und wiederum ihr Leben auf die Rolle bzw. das Stück gewirkt haben. Parallel dazu nahm die Fotografin Dörthe Boxberg Porträtfotos der einzelnen Personen auf und fing auch Momente hinter der Bühne ein, um die Erlebnisse während dieser letzten Gastspielreise zu dokumentieren. Die Ergebnisse werden nun in einer Ausstellung präsentiert werden: Eine Auswahl großformatiger Porträts und die dazugehörigen Interviews sollen Besuchern ermöglichen, den Persönlichkeiten der Damen und Herren ein wenig näher zu kommen: Zu hören, welche besonderen Herausforderungen es gab und welche Lernprozesse auch im fortgeschrittenen Alter durchlebt werden mussten. Außerdem steht das Kennenlernen, miteinander Reden, Feiern und natürlich auch das Tanzen im Vordergrund. Viele der Damen und Herren werden vor Ort sein, werden über ihre Erfahrungen berichten oder einfach mit den Ausstellungs-Gästen bei Kaffee und Kuchen sitzen.

Bei gutem Wetter wird eine kleine Feier am Abend unter offenem Himmel vor dem Schauspielhaus stattfinden. Dort sind Alle eingeladen mitzufeiern, beieinander zu sitzen, sich kennenzulernen, zu erinnern, Pläne für die Zukunft zu schmieden und miteinander zu tanzen. Der zentrale Ort dazu wird eine Raum-Skulptur des jungen Wuppertaler Architekten-Teams Lobomob sein. Die luftige, überdimensionale Skulptur wird durch Projektionen von Polaroids vieler Darsteller, die bisher das Stück Kontakthof gespielt haben, illuminiert werden. DreiKontakthof-Generationen – Teenager, Pina Bausch Tänzer und Senioren – werden anhand der künstlerischen Projektionen von Sala Seddiki anzuschauen sein.

Die Ausstellung »Lebensrollen« ist in der OLGA bis zum 29. Juni 2011 zu sehen.

www.pinabausch.org
www.o-l-g-a.de
www.lobomob.de

Poetry Slam Ein Projekt der Theaterpädagogik der Wuppertaler Bühnen

24. Juni
20.00 Uhr
Container am Opernhaus

Zwei eigene Texte, jeweils sechs Minuten, keine Tricks, keine Gimmicks: Das ist POETRY SLAM im Container. Beim allmonatlichen Dichterwettstreit erwartet das Publikum ein schöner Abend mit lustigen, berührenden und skurrilen Texten und darüber hinaus die Möglichkeit in der Jury zu sitzen. Die Siegerin oder der Sieger werden vom Publikum gekürt!

Konzerte

21. Juni
22.30 Uhr
Kleines Schauspielhaus

ROMAN

Der Rolling Stone nannte Roman’s Musik „herzzerreißenden Underground Soul“, der WDR von einem „wilden musikalischen Ritt, den man nicht so schnell vergisst“, und die Intro sprach von“ totalem Schrott“. Suzanne Vega nahm ihn als Special Guest mit auf ihre Deutschland Tournee, und sogar Stockhausen ließ sich zuletzt von Romans Musik überzeugen.

Der Pop der 5-köpfigen Band ist dringlich, mal guter Freund, mal Entertainer. Eine stürmische Ode ans Jungsein, an die Verschwendung dessen, was man hat und an das aktuelle Popgeschehen, bei dem praktisch jede Kombination von Genre und Geste mit rotzigem Selbstverständnis erlaubt wird. Auf Momente akustischer Intensität folgen technoide Ausbrüche, Freihandspiel folgt auf elektronische Grids, Claps und Chöre. Live geht es ROMAN darum, ein Ereignis zu schaffen, in dem die Band zusammen mit dem Publikum verschwinden kann.

www.roman-music.com
www.myspace.com/romanmusic

22. Juni
23.00 Uhr
Kleines Schauspielhaus

MA1.6 //// IKONIKA, DNMK, MAIK OLLHOFF, JOHN&PAUL

IKONIKA
Hyperdub / London

DNMK
Goethebunker / Essen

MAIK OLLHOFF
MA1 / Wuppertal

JOHN&PAUL
Glitch Happens / Augsburg

Seit einem Jahr zaubert MA1 Clubnächte aus Live-Acts, DJs, Lichtinstallationen und Ausstellungen. Den Rahmen bildet die Suche nach neuen elektronischen Beats. Aus den alten Wurzeln der Wuppertaler Künstlerszene wächst mit MA1 langsam eine internationale Plattform für abstrakten Rhythmen, experimenteller Tanzmusik, elektro-akustischen Improvisationen, Hip-Hop, Dubstep und Glitch.

Gäste waren bereits Künstler wie Dorian Concept, Lazer Sword, Free The Robots, Dimlite, Débruit, Kuedo, Take, Cinnaman, Juha, Dizz1, Jutojo, Alice Dufay, John&Paul, Korati oder Fulgeance.

www.ma-one.de

23. Juni
22.00 Uhr
Kleines Schauspielhaus

Leik Eick

So taumeln wir, und unser Publikum mit uns, zwischen zerbrechlichem Reggae, russischen Opernarien, Walzer und Chansons mit Gedichten von Tucholsky, Kästner, Rilke, Storm und Ringelnatz u.a.. Wir sind nicht geeignet für solche, die zu Seekrankheiten neigen...

Video www.youtube.com
Video www.youtube.com

24. Juni
22.00 Uhr
Kleines Schauspielhaus

WAITS4 DEVIL – A Tom Waits Perception

Mai 2004. Vier Musiker treffen sich in Teutleben, einem kleinen Dorf in Thüringen, um gemeinsam ein Projekt ins Leben zu rufen, das jedem von ihnen schon lange am Herzen liegt. Sie alle kennen und schätzen die Musik des amerikanischen Underdog und Straßenpoeten Tom Waits, eines der wirklich großen Genies der Rockmusik.

Anfang der siebziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts betritt Waits die Bühne und beglückt das Publikum von L.A. mit einer Stimme, die eher an einen bellenden Hund als ein menschliches Organ erinnert. Seine Lieder fangen die Poesie der Straße ein, Geschichten von gefallenen Engeln, tanzenden Zwergen und den Versuchungen der Nacht.

Diese Poesie der Nacht einem Life-Publikum zugänglich zu machen, ist das Anliegen unserer vier Protagonisten.Während sich der Sänger in den letzten Jahren vor allem mit schlecht bezahlten Gelegenheitsjobs durchs Leben schlug, entwickelte sich der Gitarrist zu einem festen Bestandteil der Worldmusic-Szene dieses Landes. Normalerweise die akustische Gitarre bevorzugend, findet er hier zu seinen Anfängen, dem Blues auf der elektrischen Gitarre zurück. Gemeinsam mit dem Bassisten, der nicht erst seit dem Erlebnis des 99'er Berliner Tom Waits Konzertes ein Kenner der Materie ist und seinem Bruder, finden zwei Generationen zu einer gemeinsamen musikalischen Ausdrucksform. Es entsteht eine Waits-Interpretation die aufs höchste inspiriert erscheint – es wirkt wie das letzte Wochenende vor dem Untergang, eine Vision aus dem Kaffeesatz, die vier übernächtigte, vor sich hin grübelnde Sessionmusiker aus einer Tasse herauslesen.

www.ralf-siedhoff.de/waits

25. Juni
22.00 Uhr
Kleines Schauspielhaus

POPNONAME POPNOSHOW POPNOPARTY

Jens-Uwe Beyer aka popnoname gestaltet seit einer Spielzeit im Kleinen Schauspielhaus die Club-Reihe popnoname popnoshow popnoparty und garantiert Hörerlebnisse jenseits ausgetretener Pfade. Interaktionen von Musikern, Videokünstlern, Modeschöpfern, Aktionskünstlern – vieles davon und mehr wird in dieser Spielzeit im Kleinen Schauspielhaus zu sehen sein. Internationale und lokale Künstler werden eingeladen, den Raum zwischen den Künsten in Form von Konzerten, Performances, Ausstellungen, Talks und Lesungen auszufüllen. Durch die Nacht führen werden Techno-DJs, Ambientkomponisten, Weltmusiker sowie alte und neue Helden des Krautrock.

www.popnoname.de


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Spielorte

Opernhaus, Kronleuchterfoyer, Container

Kurt-Drees-Straße 4 //// 42283 Wuppertal

Über das Opernhaus Im Plan zeigen

Kleines Schauspielhaus

Bundesallee 260 //// 42103 Wuppertal

Über das Kleine Schauspielhaus Im Plan zeigen


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Festival-Jury

Dorothea Marcus (Journalistin, Köln)

Martin Heckmanns (Schriftsteller, Dramatiker, Schauspiel Dresden)

An Kuohn (Schauspielerin Wuppertaler Bühnen)

Christian von Treskow (Schauspielintendant Wuppertaler Bühnen)


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Leitung/Mitarbeiter

«westwärts« NRW Theatertreffen 2011

Künstlerischer Leiter: Holger Weimar

Mitarbeit: Miriam Luis
Tel: +49 (0)202/563-7579
Fax: +49 (0)202/563-8078


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Kontakt/Impressum

Vielen Dank allen Unterstützern

Wuppertaler Bühnen GmbH
Kurt-Drees-Str. 4 (früher: Spinnstraße)
42283 Wuppertal

Aufsichtsratsvorsitzender: Peter Jung
Opernintendant: Johannes Weigand
Schauspielintendant: Christian von Treskow
Kaufmännischer Geschäftsführer: Enno Schaarwächter

Tel. (0202) 5 63 76 00
Fax. (0202) 2 54 29 86

Tel. NRW Theatertreffen: +49 (0)202/563-7579