Die besten Stücke aus NRW am theater.oberhausen (10.-17.06.2012)

Liebes Publikum,

die Ausrichtung des NRW Theatertreffens 2012 in Oberhausen betrachten wir einerseits als Aufgabe, die künstlerische Vielfalt und politische Relevanz der Theaterlandschaft in NRW abzubilden und andererseits als Auszeichnung für unsere Arbeit der letzten Jahre. Natürlich stehen die neun herausragenden Inszenierungen im Mittelpunkt des NRW Theatertreffens. Gerade in den strukturell schwachen Gebieten in Deutschland kommt der Kultur im Allgemeinen und dem Theater im Speziellen eine besondere Rolle zu. Die Landesregierung hat dies erkannt und entwickelt mit ihren Projekten zum Thema „Audience Development“ zukunftsweisende Strategien.

Trotzdem haben die Theater in vielen Städten um ihre Existenz zu kämpfen und entwickeln immer neue künstlerische Ausdrucksformen, um zusätzliche Zielgruppen zu erreichen und politisch aktuelle Themen aufzugreifen. Die Vernetzung der freien Theaterszene mit den Stadt- und Landestheatern ist ein Zeichen für diese neuen Formate. Die Einladung an das Rottstr5Theater und unsere Produktion „Angst und Abscheu in der BRD“ mit dem Ringlokschuppen Mülheim tragen dieser Entwicklung Rechnung.

Vernetzungen in die europäischen Nachbarländer sind mittlerweile selbstverständlicher Bestandteil der künstlerischen Ausrichtung vieler Stadttheater. Das Gastspiel des Theaters Łaźnia Nowa aus dem NRW-Kulturpartnerland Polen soll unsere enge Verknüpfung mit den Kollegen aus Krakau ausdrücken.

Gerade die Kinder- und Jugendtheater haben mit den finanziellen Entwicklungen der letzten Jahre besonders zu kämpfen. Dabei ist ihr Engagement nicht hoch genug zu bewerten. Die Einladung an die Gewinner des letztjährigen NRW-Kinder- und Jugendtheatertreffens „Westwind“ soll ihnen in Oberhausen ein weiteres Forum für ihre Arbeit bieten. Ein solch umfangreiches Festivalprogramm ist natürlich nicht ohne die Unterstützung des Landes zu erstellen. Dafür möchte ich mich herzlich bedanken.

Ich freue mich, Sie beim NRW Theatertreffen 2012 am Theater Oberhausen begrüßen zu dürfen,

Ihr Peter Carp
Intendant des Theater Oberhausen
 

Inszenierungen

Teatr Łaźnia Nowa

Enter the Dragon. Trailer

von Mateusz Pakuła nach dem Film „Der Mann mit der Todeskralle“

 
 
 
 

Błaźej Peszek, Rafał Simonides, Bartek Juda

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10. Juni (18.00 Uhr)

Die Inszenierung ist eine Hommage an ein Genre: Sie verbindet spektakuläre asiatische Martial Arts-Elemente mit Merkmalen des B Movies, derber Humor vereint sich mit fernöstlichen Kampfszenen. „Der Mann mit der Todeskralle“ löste in Polen eine wahre Kung-Fu Begeisterung aus und machte Bruce Lee zum Helden einer ganzen Generation. Mit seinem erstgeboren Sohn Brandon Lee kämpft er um Anerkennung und Macht, um die Vorherrschaft von Gut gegen Böse. In einem finalen Kampfturnier, dem perfekten Schauplatz für den Kämpfer Bruce Lee, kommen alle Kampftechniken zum Tragen, die ihn nach seinem Tod so berühmt werden ließen. Während der Vorbereitung dieses Wettkampfs haben die Macher verschiedene Beziehungskonstrukte untersucht, z.B. das Verhältnis von Meister und Schüler, Vater und Sohn, Krieger und Feigling, Chef und Untergebenem. Bekannte Europa- und Weltmeister im Muaythai, Wushu, Aikido und Jeet Kune Do beteiligen sich an den aufwändigen Kampfszenen.

„Enter the Dragon. Trailer“ ist eine aberwitzige Show, die das Kunststück vollbringt, mit Sprache, Bildern und den gängigen Klischees „wahrer Männlichkeit“ zu jonglieren. Der dramaturgische Bogen der Inszenierung führt von der konkreten Ebene des Konflikts zwischen den Protagonisten zur übergeordneten Ebene des Ideals eines „über-männlichen“ Karate-Kämpfers, der seine körperlichen Grenzen überschreitet im Dienst seines nie-endenden Kampfes gegen das Böse. Durch die Vermischung unterschiedlichster Elemente beleuchten die Macher das Phänomen vom „Ende der Männlichkeit“ in einer Welt, die von den ewigen Jungs dominiert wird.

REGIE: Bartosz Szydłowski
AUSSTATTUNG, LICHTDESIGN: Małgorzata Szydłowska
MULTIMEDIA: Dawid Kozłowski
MUSIK: Marcel Chyrzyński
CHOREOGRAFISCHE BERATUNG: Cezary Tomaszewski

MIT: Marcin Adamowicz, Michał Adamowicz, Włodzimierz Bareła, Adam Habib Buratowski, Mariusz Cichoński, Stanisław Dziedzic, Michał Frosik, Grzegorz Gromek, Bartłomiej Juda, Zygmunt Józefczak, Mikołaj Karczewski, Robert Karpiński, Jakub Kotyński, Kamil Mróz, Jakub Nosiadek, Błażej Peszek, Jan Peszek, Rafał Rospond, Rafał Simonides, Dominik Stroka, Kamil Zakrzewski

DAUER: 1 Stunde 15 Minuten, keine Pause

 

Theater Bonn

Der Wind macht das Fähnchen

Ein Einfamilienstück von Philipp Löhle

 
 
 
 

Philine Bührer, Birger Frehse, Tatjana Pasztor, Rolf Mautz

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Uraufführung

11. Juni ( 18.30Uhr )

„Vater: Eine Familie ist doch ein Wert, Petra.
Mutter: Ja, und jetzt ist gerade Werteverfall.“
Ursprünglich, so lesen wir unter dem Eintrag „Familie“ auf Wikipedia, „bezeichnete der lateinische Begriff ´familia´ nicht die heutige Familie (Eltern und deren Kinder), sondern den Besitz eines Mannes, den gesamten Hausstand: seine Ehefrau, Kinder, Sklaven und Freigelassene sowie das Vieh.“ Der Vater in Löhles Stück sähe sich vielleicht ganz gern in der Rolle des pater familias, dessen Blick im Kreise der Seinen wohlgefällig auf dem Erreichten ruht – wäre da nicht das Problem, dass man sich des Erreichten nicht mehr sicher sein kann. Denn irgendwann zwischen Neunzehnhundertungerade und Zweitausendundirgendwas ist sie plötzlich zu Tage getreten: die Zerbrechlichkeit.

Löhle zeigt die Familie als kleinste ökonomische Einheit einer Gesellschaft, in der Bindungen ebenso konjunkturabhängig sind wie Arbeitsplätze. Er unterläuft damit das Diktum, deutsche Jungautoren könnten, weil unpolitisch, nichts als Familien- und Beziehungsdramen schreiben. Dabei ist „Der Wind macht das Fähnchen“ gar kein Drama, sondern eine hochamüsante Komödie, die die Befindlichkeiten der bundesdeutschen Gegenwart aufs Genaueste erfasst.

Mit Philipp Löhle konnten wir einen der überzeugendsten deutschen Dramatiker der jüngeren Generation für ein Auftragswerk gewinnen: 2007 zum Dramatikerworkshop des Berliner Theatertreffens eingeladen und für „Lilly Link“ mit dem Jurypreis des Heidelberger Stückemarktes ausgezeichnet, war Löhle 2008 mit „Genannt Gospodin“ für den Mülheimer Dramatikerpreis nominiert; er erhielt dafür außerdem den Förderpreis des Bundesverbandes der Deutschen Industrie. Der 1978 geborene Löhle studierte Theater- und Medienwissenschaften, arbeitete als Regieassistent und war von 2008 bis 2010 Hausautor am Berliner Maxim Gorki Theater.

Der junge Regisseur Dominic Friedel wurde 1980 in Ansbach geboren und studierte Theater- und Medienwissenschaften an der Universität Erlangen/Nürnberg. Von der Saison 07/08 bis 10/11 war Friedel Regieassistent am Berliner Maxim Gorki Theater; es entstanden in dieser Zeit diverse eigene Regiearbeiten. Mit dem Autor Philipp Löhle verbindet ihn bereits eine längere Zusammenarbeit: Gemeinsam entwickelten die beiden am Maxim Gorki Theater das mehrteilige Format „ Löhles Kommentar zur Wirklichkeit“; im Mai 2010 brachte er die Uraufführung von Löhles Stück „Die Überflüssigen“ heraus. Die Inszenierung wurde zum Heidelberger Stückemarkt 2011 eingeladen.

INSZENIERUNG: Dominic Friedel
AUSSTATTUNG: Karoline Bierner
LICHT: Lothar Krüger
DRAMATURGIE: Almuth Voß
MIT: Philine Bührer, Birger Frehse, Rolf Mautz, Tatjana Pasztor

DAUER: ca. 1 Stunde 30 Minuten, keine Pause

 

Wuppertaler Bühnen

Die Kontrakte des Kaufmanns

von Elfriede Jelinek

 
 
 
 

Gregor Henze, Marco Wohlwend, Lutz Wessel, Sophie Basse, Julia Wolff, Anne-Catherine Studer, Holger Kraft, Thomas Braus

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11. Juni (20.15 Uhr)

„Was ist ein Dietrich gegen eine Aktie? Was ist ein Einbruch in eine Bank gegen die Gründung einer Bank?” fragte damals angesichts der Weltwirtschaftskrise der junge Brecht. Nach der letzten großen Krise der Finanzwirtschaft ließe sich hinzufügen: „Was ist die Unfähigkeit, einen Kredit abzuzahlen, angesichts der massenhaften Verkäufe von faulen Krediten?” Millisekunden, die über Millionen entscheiden; virtuelle Finanzströme, die gleich Funkwellen den Äther umrauschen; Handel mit Optionsscheinen auf zukünftige Optionen, die sich als Wahngebäude oder großer Fake offenbaren – und an den global vernetzten Computern vom Heim-PC bis zum Börsengroßrechner sitzen die Zocker aller Couleur und Zahlungskraft: Kleinanleger und Großaktionäre, Finanzberater und Bankenmanager. Wenn die Blase platzt, sind die Auswirkungen auf die reale Lebenswelt zahlloser Menschen eklatant, das Fundament unserer Gesellschaft erschüttert. Doch kaum ist die Schockwelle abgeebbt, kaum sind die letzten Forderungen nach grundlegenden Veränderungen resonanzlos verklungen, stellt sich die kollektive Amnesie ein. Business as usual, wieder fließen die Millionenboni – bis zur nächsten Krise.

Elfriede Jelinek hat mit „Die Kontrakte des Kaufmanns” der Kritik des Bereicherungswahns nicht ohne Humor Ausdruck verliehen und sich auch gegenüber dieser Zeitkrankheit als wachrufende Chronistin und Pamphletistin erwiesen. Aus ihrer Hand wird die Sprache zu Schwert und Schild gegenüber einer Wirklichkeit, in der die Sprache selbst stets als erstes verramscht wird. Ausgehend von konkreten Wirtschaftsskandalen schrieb sie diese furiose Sprachpartitur für ein polyphones Orchester, aus dem Zocker und Geprellte, Global Players und ruinierte Kleinanleger gleichermaßen ihre Stimme erheben. Aufklärung ist für sie Religionskritik. Die Religion, auf die sie abzielt, oder vielmehr der Götzendienst um das goldene Kalb: Das Kapital.

INSZENIERUNG: Christian von Treskow
BÜHNE: Jürgen Lier
KOSTÜME: Dorien Thomsen
MUSIK: Bastian Wegner
DRAMATURGIE: Sven Kleine
MIT: Spohie Basse, Thoams Braus, Gregor Henze, Holger Kraft, Maresa Lühle, Anne-Catherine Studer, Hendrik Vogt, Lutz Wessel, Marco Wohlwend, Julia Wolff

DAUER: 2 Stunden 15 Minuten, keine Pause

 

SCHAUSPIEL ESSEN

Ulrike Maria Stuart

von Elfriede Jelinek

 
 
 
 

Ensemble

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12. Juni (20.30 Uhr) 

Zwei Königinnen streiten – über Revolution und Gewalt, Männer und Mode, Widerstand und Freiheit. Resigniert und einsichtig die eine, trotzig und stur die andere. Es sind Friedrich Schillers Maria Stuart und Elisabeth I., die hier als Ulrike Meinhof und Gudrun Ensslin neu aufeinander treffen. Nur noch im Widerspruch vereint, stolpern die beiden durch die Zeiten und liefern sich einen virtuosen verbalen Schlagabtausch über die (Un-)Möglichkeit, die Welt zu verändern, über bewaffneten Kampf, Idealismus und Ideologie. Anhand der Königinnen veranschaulicht Elfriede Jelinek mit Eloquenz und Sprachwitz mehr die Unmöglichkeit des Aufbegehrens, als dass sie die Geschichte der RAF und des Deutschen Herbstes nacherzählt. Zwei starke Frauen und ihr Wille zum Widerstand scheitern an „den Verhältnissen”, aber auch an persönlichen Differenzen – an der Auseinandersetzung um einen Mann (Andreas Baader) beispielsweise –, an der Diskrepanz zwischen revolutionärer Gesinnung und der eigenen Verstrickung in kapitalistische Mechanismen, an mangelnder Solidarität, blindem Aktionismus und niederen Instinkten wie Neid und Eifersucht.

Elfriede Jelinek (*1946) zählt zu den bedeutendsten deutschsprachigen Gegenwartsautorinnen. Ihr Werk umfasst Romane wie „Die Klavierspielerin” (1983), „Lust” (1989) und „Gier” (2000) sowie Lyrik, Essays, Übersetzungen, Hörspiele, Drehbücher und über 20 Theaterstücke. „Ulrike Maria Stuart” wurde erstmalig 2006 in Hamburg aufgeführt; ihr jüngstes Stück „Winterreise” kam im Januar 2011 an den Münchner Kammerspielen zur Uraufführung. Elfriede Jelinek wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet und erhielt 2004 den Nobelpreis für Literatur.

INSZENIERUNG: Hermann Schmidt-Rahmer
BÜHNE: Thilo Reuther
KOSTÜME: Michael Sieberock-Serafimowitsch
DRAMATURGIE: Carola Hannusch
VIEDEO: Matthias Lippert
MIT: Stefan Diekmann, Ingrid Domann, Christian Kerepeszki, Bettina Schmidt, Sven Seeburg, Silvia Weiskopf

DAUER: 2 Stunden, keine Pause

 

SCHAUSPIEL KÖLN

Wir Kinder von Theben

nach „Die Phönizierinnen“ von Euripides

 
 
 
 

Carlo Ljubek

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13. Juni (19.30 Uhr)

Die Stadt ist in der Krise. Schon wieder oder noch immer, denn politische und religiöse Brandherde schwelen seit Jahren hinter Thebens Mauern. Die Regierung ist schuld, so viel steht fest. Sie muss weg, sagt Polyneikes, der jüngste Sohn des Ödipus, und zieht mit einem Heer von Verbündeten gegen die Mauern der eigenen Stadt. Sein älterer Bruder Eteokles weicht nicht vom Thron, obwohl vereinbart war, je ein Jahr im Wechsel zu regieren. Jetzt droht der Krieg. Ein Vermittlungsversuch der Mutter Iokaste scheitert. Die Regierung ist schuld, sagt auch Teiresias, die Instanz der Religion. Die Stadt kann nur gerettet werden, wenn die Herrscherfamilie des Ödipus endlich aus Theben verschwindet und wenn Menoikeus, der jüngste Sohn des künftigen Machthabers Kreon, freiwillig den religiösen Märtyrertod stirbt. Muss es zum Äußersten kommen?
Die in den „Phönizierinnen“ aufgeworfenen Fragen nach der Legitimation des Herrschens, den Mitteln von Politik und Religion und nach der Verantwortung des Einzelnen gegenüber der Gemeinschaft sind von erstaunlicher Aktualität. Die politische Umbruchsituation wird vor allem aus der Perspektive der jungen Generation erzählt, die gegen die Haltung ihrer Väter und Mütter aufbegehrt.

REGIE: Robert Borgmann
BÜHNE UND KOSTÜME: Susanne Münzer
DRAMATURGIE: Sybille Meier
MIT: Yorck Dippe, Marina Frenk, Orlando Klaus, Carlo Ljubek, Renato Schuch, Julia Wieninger

DAUER: ca. 1 Stunde 30 Minuten, keine Pause

 

SCHLOSSTHEATER MOERS

Der Geizige

nach Jean Baptiste Molière

 
 
 
 

Matthias Heße, Katja Stockhausen, Frank Wickermann

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14. Juni (18.00 Uhr)

Cléanthe liebt Marianne – aber kann sich nicht offenbaren, weil
er Angst hat, dass der Vater dann den Geldhahn zudreht. Elise
liebt Valère – heimlich, ebenfalls aus Angst vor Papas Geiz. Und
der selbst wird fast wahnsinnig vor Panik, jemand konnte seinen
Schatz finden. Alle im Hause Harpagon leiden unter dem Kontrollwahn
des Alten. Geld ist Macht und bestimmt sogar die Gefühle.
Harpagon ist der Inhaber der Macht. Aber wer ist Harpagon?
„Der Geizige“ ist eine Komödie der Liebe und zugleich ein bitterkomisches
Lehrstuck über die zersetzende Kraft des Geldes. Uraufgeführt
hat es Moliere 1668 – mitten in der Zeit des Barock,
einer Epoche der herrschaftlichen Pracht. Wo der Reichtum war,
war die Macht. Und die Kunst.
Philipp Preuss und das Ensemble untersuchen die Kraft der
Scheine und Machtstrukturen, auch ganz direkt auf dem Theater
– und fragen, wer der Geizige ist. Vielleicht am Ende wir selbst?

Jean Baptiste Molière (1622 – 1673) ist einer der großen Klassiker
und machte die Komödie zu einer der Tragödie potenziell
gleichwertigen Gattung. Er war Dramatiker, Theaterleiter und
Schauspieler – seine Bühne war ein Diskussionsforum für die
Probleme „richtigen“ und „falschen“ Verhaltens in der Gesellschaft
seiner Zeit. Dabei wurde er von Ludwig XIV., dem „Sonnenkönig“,
gefordert – und stellte sich zugleich immer wieder
in Opposition zu den gegebenen Herrschaftsstrukturen.

INSZENIERUNG & AUSSTATTUNG: Philipp Preuss
DRAMATURGIE: Felix Mannheim
MIT: Patrick Dollas, Matthias Hesse, Marieke Kregel, Katja Stockhausen, Frank Wickermann

DAUER: ca. 1 Stunde 45 Minuten, keine Pause

 

Schauspielhaus bochum

Das Leben ist kein Fahrrad

von Biljana Srbljanović

 

 
 
 

Jürgen Hartmann, Kapelsky, Kristina-Maria Peters

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14. Juni (20.15 Uhr)

„Du findest dich im Leben überhaupt nicht zurecht.“ Dieser Satz ihres Vaters klingt Nadezda noch lange im Ohr. Sogar nachdem er längst tot ist. Überhaupt: Es sind die Väter, die das neue Stück von Biljana Srbljanović bestimmen. Die anwesenden ebenso wie die abwesenden. Da ist zum einen Nadezda, die ihren Vater ins Krankenhaus bringt, weil er krank ist, obwohl er sich stur dagegen wehrt. War er nicht immer gesund? Was soll er dann in einem Krankenhaus? Eine Auseinandersetzung zwischen Tochter und Vater folgt: kämpferisch, persönlich und zutiefst berührend. Aber auch die anderen Figuren von Biljana Srbljanović arbeiten sich an ihren Vätern ab: Kindchen wartet, eigentlich immer schon, auf den Vater, der niemals auftaucht, und findet in Ropac Ersatz – und vielleicht sogar so etwas wie Liebe. Und Aleksa, der Arzt aus dem Krankenhaus, lebt wieder bei seiner Mutter. Mit fünfzig. Auch hier ein Vater, der fehlt. Und eine Mutter, die auch das noch mit übernimmt. In einem Reigen hängen sie alle miteinander zusammen. Sie begegnen einander, obwohl sie sich eigentlich nicht kennen. Zufällig und in starken persönlichen Szenen. Und sie wissen doch nicht, wie sehr sie tatsächlich miteinander verbunden sind. Die serbische Autorin Biljana Srbljanović gehört zu den wichtigsten Stimmen der europäischen Gegenwartsdramatik. Sie hat ihr neues Stück für das Schauspielhaus Bochum und für den Regisseur Anselm Weber geschrieben.

REGIE: Anselm Weber
BÜHNE: Raimund Bauer
KOSTÜME: Meentje Nielsen
MUSIKALISCHE LEITUNG: Gregor Hengesbach
MUSIKALISCHE MITARBEIT: Nils Imhorst, Jan-Sebastian Weichsel
DRAMATURGIE: Thomas Laue

MIT: Andreas Grothgar, Jürgen Hartmann, Dieter Hufschmidt, Kapelsky, Kristina-Maria Peters, Henrik Schubert, Xenia Snagowski, Anke Zillich

DAUER: ca. 2 Stunden, keine Pause

 

DÜSSELDORFer schauspielhaus

Karte und Gebiet

Nach dem Roman von Michel Houellebecq

 
 
 
 

Ensemble

 

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Deutschsprachige Erstaufführung

15. Juni (20.15 Uhr)

Michel Houellebecq hat einen neuen Roman geschrieben, der die literarische Welt überrascht hat, denn er ist unaufdringlich, reich an Formen und Themen, voller Moral und Humor. Die Presse jubelte: „Perfekt“ (Die Zeit), „Ein großer Wurf“ (Süddeutsche Zeitung). „Karte und Gebiet“ spielt im Gestern, Heute und Morgen und handelt von der Bildenden Kunst und ihren Marktmechanismen, von Tod und Euthanasie, von Vätern und Söhnen, defekten Heizungen, Steve Jobs und der Arbeitswelt, von William Morris, der französischen Provinz und ihrer Wiederentdeckung, einer schönen Russin – sowie von Michel Houellebecq und dessen Hund. Letztere werden so zerstückelt aufgefunden, dass ihre sterblichen Reste in einen Kindersarg passen.

Regisseur und Autor Falk Richter geht es bei seiner Adaption nicht um Nacherzählung und Vollständigkeit, sondern um die atmosphärische Übertragung der Houellebecq’schen Welt-Analyse auf die Bühne – mit den Mitteln der Bühne.

Michel Houellebecq, 1958 auf La Réunion geboren, wuchs auf dem Land in Frankreich auf. Er arbeitete als Agraringenieur und Informatiker. Der Durchbruch als Schriftsteller gelang ihm mit Ausweitung der Kampfzone, später folgten Elementarteilchen und Plattform. Seine drastischen Schilderungen des asozialen, sexuell frustrierten Menschen brachten ihm das Label des Skandalautors ein.

REGIE: Falk Richter
BÜHNE: Katrin Hoffmann
KOSTÜME: Daniela Selig
VIDEO: Chris Kondek
MUSIK: Malte Beckenbach
LICHT: Carsten Sander
DRAMATURGIE: Jens Hillje, Almut Wagner
MIT: Malte Beckenbach, Moritz Führmann, Olaf Johannessen, Christoph Luser, Karin Pfammatter, Werner Rehm

DAUER: 2 Stunden 30 Minuten, eine Pause

 

SCHAUSPIEL DORTMUND

Nora oder Ein Puppenheim
Gespenster oder Wiedergänger

von Hendrik Ibsen

 

 
 
 

 Caroline Hanke, Luise Heyer

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Zweiteilige Inszenierung

16. Juni (19.00 Uhr)

Ibsen hat mit „Nora“ und „Gespenster“ zwei zeitlose Dramen zweier moderner bürgerlicher Familien geschrieben, die im Kern aufeinander bezogen erscheinen: Vergangenes liegt wie ein Joch auf der Gegenwart, aus der sich keine Kraft mehr für Zukünftiges speist. Schauspieldirektor Kay Voges verbindet die berühmtesten Stücke Henrik Ibsens zu einem zweiteiligen Familienporträt und setzt beide als Doppelpremiere in einem Bühnenbild in Szene. Das große Familienepos (Henrik Ibsen: „Nach Nora musste notwendigerweise Gespenster kommen.“) zeigt den schmerzhaften Spagat zwischen Moralvorstellungen und praktischer Vernunft, zwischen Anspruch und Wirklichkeit, Schein und Sein; in der zweiteiligen Inszenierung, die indes auch einzeln angesehen werden kann, verbindet Kay Voges „Nora“ und „Gespenster“ zu einem berührenden und zugleich erschreckenden Porträt einer implodierenden Familie.


„NORA“:
Auf das Idyll des Weihnachtsfest der Helmers fällt ein Schatten: Ein Angestellter aus Torvald Helmers Bank erpresst dessen junge Frau EleoNora wegen einer gefälschten Unterschrift – ein vor Jahren von EleoNora eingefädelter Betrug, der Torvald ohne sein Wissen das Leben rettete. Als er jetzt davon erfährt, droht nicht nur ihr mühsam aufrecht erhaltenes Lügengebäude einzustürzen: Torvald stellt in Frage, ob EleoNora mit dem Erbe der Lüge überhaupt den gemeinsamen Sohn Osvald erziehen könne – aber auch EleoNora muss eine Entscheidung fällen...

„GESPENSTER“:
EleoNora Helmer hat einst ihren Mann Torvald verlassen – diverse Verfehlungen ihres Mannes und die Erkenntnis, nur selbstbestimmt jenseits der goldenen Stäbe des Ehekäfigs leben zu können, veranlassten sie zu diesem Schritt. Sie flüchtete zu Pastor Manders, der sie indes aus Pflichtgefühl und trotz großer Zuneigung auf den „Pfad der Tugend“ und zu ihrem Mann zurückführte.
Jetzt, nach zwanzig Jahren, Torvald ist mittlerweile gestorben, scheint sich das Erbe der Verstellung und der Selbsttäuschung einerseits und der Lebenswandel Torvald Helmers andererseits zu rächen: EleoNoras schwer kranker Sohn Osvald kehrt nach Hause zurück, um mit seiner Mutter und Pastor Manders die Eröffnung eines Kinderheims zu feiern, das sie in Andenken an ihren Mann errichten ließ – sie hofft, mit dem durch das Erbe Helmers finanzierten Kinderheim die Gespenster der Vergangenheit zu bannen. Doch Osvald verliebt sich in Regine, die seit Jahren als Dienstmädchen und wie eine Tochter im Haus der Helmers lebt. EleoNora sieht die Gespenster der Vergangenheit wiederkehren. Als auch für Osvald und Regine offenbar wird, dass sie die heimlich uneheliche Tochter von Torvald und EleoNoras ehemaligen Dienstmädchen Marie ist, erscheint für beide ein gemeinsamer Weg in eine andere Zukunft unmöglich. Mehr und mehr bricht Osvalds eigentümliche Krankheit durch, die er von seinem Vater geerbt hat, und plötzlich brennt auch noch das Kinderheim... 

REGIE: Kay Voges
BÜHNE UND KOSTÜME: Pia Maria Mackert
VIDEO: Daniel Hengst
LICHT: Sibylle Stuck
DRAMATURGIE: Michael Eickhoff

„NORA“
MIT: Liam Adler, Andreas Beck, Ekkehard Freye, Caroline Hanke, Luise Heyer, Axel Holst, Cedric Joel Koch, Eva Verena Müller

„GESPENSTER“
MIT: Björn Gabriel, Luise Heyer, Uwe Rohbeck, Friederike Tiefenbacher, Michael Witte

DAUER: 4 Stunden 15 Minuten, eine Pause
 

Theater an der Ruhr Mülheim

Was ihr wollt

von William Shakespeare

 
 
 
 

Volker Roos, Rupert J. Seidl

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17. Juni (16.30 Uhr)

In Illyrien, einer kleinen Stadt am Meer, sind alle so verrückt, dass es verrückt wäre, nicht ebenso verrückt zu sein. Ein Leben ohne Musik, Liebe, Melancholie und Alkohol wäre möglich, erschiene den Illyrern aber vollkommen sinnlos.
Fremde sind willkommen; solange sie nicht auffallen und zur Absicht des Regierungschefs passen. Die ist einzig, die Liebe der schönen Olivia zu gewinnen. Für dieses Vorhaben hofft Orsino auf die Unterstützung des jungen Cesario, der eigentlich ein Mädchen ist, Viola heißt, und nach einem Schiffbruch an der Küste Illyriens gestrandet ist.

Deren Atmosphäre wird von der übertriebenen Selbstinszenierung der Illyrer vergiftet. Nicht Ehrlichkeit zählt, sondern nur ein gekonnter Auftritt.
Für die aufrichtige Viola, die als einzige gezwungen ist, sich zu verstellen, um als Mann getarnt ihren nach dem Unglück vermissten Zwillingsbruder suchen zu können, wird die Verschmelzung mit dem von der Gesellschaft auferlegten Rollenbild mit ihrem eigenen Ich besonders schwierig, als sie für Orsino um Olivia werben soll. Selbst in ihn verliebt, bemüht sie sich für ihren Herrn so sehr, dass sich Olivia wiederum in Viola in Gestalt des hübschen Cesarios verliebt.
 

Der Liebeswirrwarr ist umso schwerer zu durchschauen, als nicht nur bald nicht mehr klar ist, wer wen liebt, sondern auch, wer man selbst ist, und wer ist eigentlich der Andere, wenn man nicht hinsieht?
Und verursacht schon Verkleidung Verwirrungen, was passiert erst, wenn plötzlich ein Doppelgänger hinzukommt und Menschen auf mysteriöse Weise nicht mehr sie selbst zu sein scheinen.
 

Als der totgeglaubte Zwillingsbruder Violas, Sebastian, in Illyrien auftaucht, erreicht die Verwechslungskomödie eine neue Dimension.
Der trinkfreudige Sir Andrew wird augenscheinlich von dem Schwächling Cesario verprügelt und Sebastian zu seinem eigenen Erstaunen in den Hafen der Ehe geführt.

INSZENIERUNG: Karin Neuhäuser
BÜHNENBILD: Gralf-Edzard Habben
KOSTÜMBILD: Tina Kloempken
MUSIK: Matthias Flake
LICHTGESTALTUNG: Ruždi Aliji
MIT: Albert Bork, Klaus Herzog, Marco Leibnitz, Fabio Menéndez, Steffen Reuber, Volker Roos, Theresa Rose, Rupert J. Seidl, Simone Thoma, Gabriella Weber

DAUER: 2 Stunden, keine Pause

 

 

junges theater
beim nrw-theatertreffen

 
 
 
 

Ein Rahmenprogramm des Festivals ist das Junge Theater zum Zuschauen und Mitmachen: Für die ganz Jungen ab 4 Jahre zeigen wir die vom Westwind Festival ausge- zeichneten Kinderstücke Adler an Falke, eine Stückentwicklung vom Consol Theater Gelsenkirchen und ab 5 Jahren Frau Meier, die Amsel nach Rolf Erlbruch vom Theater Marabu Bonn. Die Jugend ab 14 Jahre hat die Möglichkeit Theater Oberhausens Frühlings Erwachen nach Frank Wedekind im Haus der Jugend zu erleben.

Eine Jugendjury wird neben der Festivaljury Preise verteilen. Schulklassen sind Patenklassen der nominierten Stücke und werden von den jeweiligen Theaterpädagogen betreut. Beim Treffpunkt: Kulturelle Bildung am 11.06. sind nicht nur Schüler, Lehrer und Theaterpädagogen des Ruhrgebietes eingeladen sich zu vernetzen und auszutauschen.

     

Theater Oberhausen

Frühlings Erwachen

nach Frank Wedekind

ab 14 Jahren

 
 

 

Sergej Lubic, Elisabeth Wolle

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11. Juni (11.00 Uhr)

Wendla ist vierzehn, ihre Mutter findet, sie zieht sich zu aufreizend an. Auf die Frage: „warum“, reagiert die Mutter ausweichend. Moritz ist ein Schulversager, obwohl er Tag und Nacht büffelt, sind seine Noten so schlecht, dass er Angst hat, von der Schule zu fliegen. Melchior könnte der Beste in der Klasse sein, doch sein aufmüpfiges Betragen passt den Lehrern nicht. Die Ausgangssituation von Frank Wedekinds erstem großen Bühnenerfolg „Frühlings Erwachen“ aus dem Jahr 1890 lässt sich ohne Weiteres auf heutige Jugendliche übertragen. Doch Wedekind beschreibt auch die sexuellen Nöte der drei: Wendla wird von Melchior ungewollt schwanger, ihre Mutter zwingt sie zu einer Abtreibung, bei der Wendla stirbt. Moritz kann, statt zu lernen, irgendwann nur noch an Sex denken und bringt sich um. Melchior fühlt sich für den Tod der beiden verantwortlich und steht ebenfalls kurz vor dem Selbstmord.

Pubertät, erste Liebe und der Umgang mit Sexualität verlaufen meist krisenhaft. Für heutige Jugendliche kommt der Spagat zwischen der eigenen Entwicklung und der Allgegenwart von Sex in den Medien hinzu. Besonders junge Menschen mit Migrationshintergrund, die oft in divergierenden Wertesystemen groß werden, haben es schwer einen selbstbestimmten Zugang zu ihrer Sexualität zu entwickeln. Wie läßt sich etwa eine streng religiöse Erziehung mit der freien Verfügbarkeit von Sex und der Omnipräsenz sexueller Bilder in Einklang bringen?

Karsten Dahlem ist Schauspieler, Regisseur und Drehbuchautor. Seine Kinder- und Jugendinszenierungen wurden vielfach ausgezeichnet, so erhielt er 2010 den österreichischen Theaterpreis für die beste Kinder und Jugendinszenierung. Nach einer Recherchephase mit Oberhausener Jugendlichen wird Karsten Dahlem eine eigene Bearbeitung von Wedekinds „Frühlings Erwachen“ erarbeiten.

REGIE: Karsten Dahlem
BÜHNE UND KOSTÜME: Inga Timm
MUSIK: Gregor Praml
DRAMATURGIE: Simone Kranz
MIT: Nora Buzalka, Marek Jera, Manja Kuhl, Sergej Lubic, Anna Polke, Eike Weinreich, Elisabeth Wolle

 

Theater Marabu Bonn

Frau Meier, die Amsel

nach dem Bilderbuch von Wolf Erlbruch

AB 5 JAHREN

 
 
 

Tina Jücker, Claus Overkamp

 

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Gewinner Theaterpreis des Landes NRW bei „WESTWIND - 27.Kinder und Jugendtheatertreffen NRW 2011“

13. Juni (17.30 Uhr)

Immerzu macht sich Frau Meier über alles mögliche Sorgen. Große und kleine - und völlig unnötige, wie Herr Meier findet. Versteht sich von selbst, dass sie sich auch um die kleine Amsel sorgt, die eines Tages hilflos zwischen den Kürbisblüten sitzt. Liebevoll nimmt sie sich des kleinen Vogels an, hegt und pflegt ihn und bringt ihm das Fliegen bei, bis ihr selbst auch ganz leicht ums Herz wird.

Eine humorvolle Geschichte von Zuwendung und Verantwortung und ein Trostgeschichte für alle Sorgenumwölkten.

Die Aufführung wurde u.a. eingeladen zu „Starke Stücke 2011” und „Spielarten 2011”.

REGIE: Rüdiger Pape
AUSSTATTUNG: Regina Rösing
MIT: Tina Jücker und Claus Overkamp

DAUER: 50 Minuten, keine Pause

 

 

Consol Theater Gelsenkirchen

Adler an Falke

Eine Stückentwicklung des Consol Theaters

Für kinder ab 4 jahren

 
 

 

  

Manuel Moser, Eric Rentmeister

 

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Gewinner Preis der Jury und Preis der Kinderjury bei „WESTWIND - 27.Kinder und Jugendtheatertreffen NRW 2011“

17. Juni (15.00 Uhr)

Max und Aloysius sind beste Freunde – mit allem, was dazu gehört! Als Max bei Aloysius übernachtet, denkt natürlich keiner von den beiden ans Schlafen. Vielmehr nutzen sie die Zeit für Abenteuer, Kämpfe, wilde Wettrennen und eine Mitternachtsparty. Es geht darum die Welt zu retten, schneller, höher, weiter zu kommen und nebenbei alle Verbote der Eltern erfindungsreich zu umgehen.
Das Stück erzählt auf bewegte Weise von Lust und Frust des Junge-Seins und öffnet ganz nebenbei neue Möglichkeiten des (Rollen-)Verhaltens.

Die Inszenierung wurde ausgewählt für die Reihen „theaterstarter 2011/12“ und „Kindertheater des Monats 2011/12“ sowie das Festival „Spielarten“ in NRW, 2011. Außerdem wurde sie nominiert für das 11. Kinder- und Jugendtheatertreffen „Augenblick mal!“, Berlin 2011 und eingeladen zum Festival „agor drysau 2012“ nach Cardiff, Wales.

REGIE: Andrea Kramer
AUSSTATTUNG: Sabine Kreiter
DRAMATURGIE: Sylvie Ebelt
STIMME: Sabine Flack
MIT: Manuel Moser, Eric Rentmeister

DAUER: ca. 45 Minuten, keine Pause

 

Rahmenprogramm

Interkulturelles Audience Development

14. Juni >

11.00 Uhr / b.a.r
Dauer 5 Stunden mit Pausen

 

 

 
 

Weniger – älter - bunter
Öffnung von klassischen Kultureinrichtungen im Demografischen Wandel

Präsentation erster Ergebnisse durch Prof. Dr. Birgit Mandel und Entwicklung von Strategien und Maßnahmen des interkulturellen Audience Development

Präsentiert werden im ersten Teil des Workshops Zwischenergebnisse der Projektanalysen des Programms "Interkulturelles Audience Development", für das sechs Theater in Nordrhein-Westfalen innovative Projekte entwickelt haben, um ihre Häuser interkulturell zu öffnen. Das Programm "Interkulturelles Audience Development" ist Teil der Zukunftsakademie NRW. Im zweiten Teil des Workshops werden auf der Basis aktueller Erkenntnisse der Kulturnutzerforschung und des Audience Development gemeinsam Strategien in den Bereichen Programmgestaltung, Marketing, Kommunikation, Kooperation, Vermittlung und Personalenwicklung entwickelt, mit denen es gelingen kann, mehr Menschen aus unterschiedlichen kulturellen Milieus für Theater zu interessieren.

Ein Praxisprojekt der Zukunftsakademie NRW - Interkultur, Kulturelle Bildung und Zukunft von Stadtgesellschaft

Wer durchs Laub geht

12. Juni >

19.00 Uhr
Dauer ca. 1 Stunde, keine Pause

Carsten Caniglia, Stefanie Obermaier-Staltmeier

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Martha und Otto sind die beiden Helden des Stückes. Kroetz schreibt: „Martha ist Mitte 30, dunkelhaarig, ziemlich hässlich, trägt meistens Metzgerkittel.“ Sie ist Kuttlerin, somit auf Innereien spezialisiert. „Otto ist Metzger in einer Großfleischerei, etwa 40 Jahre alt, Durchschnitt.“ Bis Martha Otto kennen lernt, leben sie und ihr Hund Rolfi alleine.
Für Otto kocht sie, besorgt Bier und schläft mit ihm. Doch Martha ist ungeübt – im Bett genauso wie in der Untergebung, und Otto zeigt sich frustriert. In nahezu äffischer Liebe ist Martha Otto zugetan und belügt sich selbst und ihr Tagebuch immer wieder.

Kroetz lässt die Figuren in seinem 1981 in Marburg uraufgeführten Stück, das eine zweite Neufassung seiner „Männersache“ von 1972 ist, in außergewöhnlich direkter Weise aufeinander treffen. Jeder sagt was, aber keiner kommt mit seinen Worten an die eigenen Nöte heran, an die des anderen schon lange nicht. Otto will Martha unterwerfen. Und Otto verlangt Demut. Ein unauflösbarer Klumpen aus Wortnot und Ausdrucksarmut droht die beiden zu erdrücken.

Franz Xaver Kroetz, 1946 in München geboren, ist Schriftsteller, Theaterautor, Regisseur und Schauspieler. Bis zur Jahrtausendwende war Kroetz der erfolgreichste deutsche Dramatiker. Er war für seine Produktivität ebenso bekannt wie für seine Exzesse und Wutausbrüche. Kroetz hat allein 65 Theaterstücke geschrieben. Vor zwei Jahren begeisterte er als Brandner Kaspar in der gleichnamigen Verfilmung des bayrischen Kultstücks.


INSZENIERUNG: Thorsten Weckherlin
MIT: Carsten Caniglia und Stefanie Obermaier-Staltmeier
AUSSTATTUNG: Kay Anthony
DRAMATURGIE: Lars Helmer

Unfun

13. Juni >

21:30 Uhr
Dauer ca. 1 Stunde, keine Pause

Charlotte Puder, Johannes Lehmann

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Mit „Unfun“ entwirft Matias Faldbakken das Bild einer Gesellschaft, in welcher Realität und Illusion, Sex und Liebe, Individualität und Massenkonsum nicht mehr zu unterscheiden sind. Im Mittelpunkt von Unfun stehen Lucy, afrikanisch-skandinavische Anarchistin, und ihr Ex-Mann Slaktus, Fitnessfanatiker und Gewaltintellektueller. Zusammen mit ihren hyperaktiven Zwillingssöhnen – deren ätzendes Lachen jede Moral untergräbt – ist die einstige Familie in ein neues Projekt von Slaktus eingebunden: der Entwicklung des Online-Slasher-Games „Deathbox“. Dieses ist nicht nur von Horrorfilmen aus den 70er Jahren inspiriert, sondern auch von Joseph Conrads Klassiker „Herz der Finsternis“. Das Spiel bildet den Hintergrund für ein groteskes Familiendrama. Lucy ist Opfer und Heldin zugleich, und sie hat nichts mehr zu verlieren.

Mit „Unfun“ beweist Matias Faldbakken einmal mehr, dass er origineller als Michel Houellebecq, radikaler als Bret Easton Ellis und lustiger als beide zusammen ist. Der Dramaturgie von Vergewaltigungs-/Rache-B-Movies der 70er Jahre folgend, entwirft der Autor eine Gewaltgroteske, in der Trash und Popkultur mit den drängenden und meist unbeantworteten Fragen der Moderne unentwirrbar verknüpft werden. Wenn jemand von sich behaupten kann, Punk in Literatur transformiert zu haben, dann Matias Faldbakken.

Mit „Unfun“ beschließt Matias Faldbakken, bildender Künstler und Autor aus Oslo, nach den Romanen „The Coka Hola Company“ und „Macht und Rebel“, die Trilogie „Skandinavische Misanthropie“.

REGIE: Felix Rothenhäusler
KOSTÜM UND BÜHNE: Katja Reetz
MUSIK: Matthias Krieg
DRAMATURGIE: Claudia Lowin
MIT: Johannes Lehmann, Charlotte Puder

Angst und Abscheu in der BRD

15. Juni >

18.00 Uhr
Dauer 1 Stunde 40 Minuten, keine Pause

Anja Schweitzer, Sergej Lubic, Richard Barenberg

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Dirk Laucke, Jahrgang 1982, gehört zu den meist gespielten und politischen Dramatikern Deutschlands. Am Theater Oberhausen realisierte er im Herbst 2012 sein Herzensprojekt „Angst und Abscheu der BRD“.
Seit dem Sommer 2010 recherchiert Dirk Laucke zusammen mit seinem Mitstreiter Matthias Platz in den linken und rechten politischen Szenen der Republik: Im Laufe dieser Reise ins Herz der Deutschen spüren sie Alt-Nazis wie den seit über fünfzig Jahren in Ingolstadt unbehelligt lebenden, in den Niederlanden verteilten Kriegsverbrecher Klaas Carel Faber auf, den seine durch die Waffen-SS-Zugehörigkeit erworbene deutsche Staatsbürgerschaft vor der Auslieferung in sein Heimatland schützt. Sie treffen auf Neonazis, die den Dresdener Gedenkkult an die Bombennacht vom 13. Februar 1945, der alle Toten – egal, ob SS-Folterknecht oder ukrainische Zwangsarbeiterin – undifferenziert zu Opfern stilisiert, für ihre Zwecke nutzen.

Unübersichtlich wird es, wenn die rechten „Autonomen Nationalisten“ und die „Anti-Antifa“ im der vermeintlichen linken Kapuzenpulli-Sonnenbrille-Dresscode und Palästinensertüchern mit Che-Abbildern und zu Ton, Steine, Scherben, wie in Dortmund geschehen, zu einer sogenannten „Friedens-Demo“ aufrufen. Oder wenn das rechtspopulistische Bündnis „pro-NRW“ orthodoxe Israelis für ihren Propaganda gegen Moslems in Stellung bringt.
Laucke und Platz mussten feststellen, dass auch im linken Lager Antisemitismus und völkisches Denken weit verbreitet ist: Etwa, wenn auf der Webseite der Partei Die Linke in Duisburg ein Davidstern mit dem Hakenkreuz verknüpft wird und zum Boykott israelischer Produkte aufgerufen wird. Oder wenn an der „Klagemauer für den Frieden“ des ehemaligen Kölner SDS-Aktivisten Walter Herrmann antisemitische Karikaturen in übelster „Stürmer“-Tradition prangen...

Auf ihrer Reise durch den Dschungel der politischen Szenen stießen Laucke und Platz auf totalitäre Ideologien im Namen des Friedens, der Arbeit, des Volkes, der Heimat, des Hasses, auf revisionistische Sichtweisen der deutschen Vergangenheit – und an die Grenzen der Vernunft.

Aus der Fülle an Text-, Ton- und Bildmaterial entwickelten Dirk Laucke mit dem Filmemacher Matthias Platz, dem Tongestalter Thomas Mahmoud und den Schauspielern des Theater Oberhausen eine lustvolle und höchst persönliche Polit-Punk-Performance, die sich auch ideologiekritisch mit den Modethemen „Empört Euch!“ und Bewegung um der Bewegung willen auseinandersetzt.

REGIE, TEXT, RECHERCHE: Dirk Laucke
BÜHNE UND KOSTÜME: Simone Wildt
FILM, RECHERCHE: Matthias Platz
MUSIK UND SOUNDS: Thomas Mahmoud
DRAMATURGIE: Rüdiger Bering, Matthias Frense
MIT: Richard Barenberg, Mohammad-Ali Behboudi, Sergej Lubic, Anja Schweitzer, Hartmut Stanke

Der Bochumer Ring

16. Juni >

17.00 Uhr

Karin Moog

 
 

 

Das Rottstr5Theater in Bochum wurde 2009 gegründet und nahm im September des gleichen Jahres seinen Spielbetrieb auf. 2011 entstand eine zehnteilige Reihe zum Nibelungen-Mythos, der im ersten Teil auf Textcollagen, im zweiten auf Uraufführungen basiert – nicht als durchgängige Erzählung, sondern in Streiflichtern, die anhand von einzelnen Personen und Aspekten die Geschichte auf ihre aktuelle Bedeutung hin befragen. Die stilistische Bandbreite reicht von der düsteren Rockadaption von Richard Wagner in „Hagens Klage“ über eine zeitübergreifende Farce in „Ute, die Gute“ bis zur hochverdichteten Politparabel von „Loges Plan“. Im Rahmen des NRW Theatertreffen 2012 zeigt das Rottstr5Theater eine Auswahl des Zyklus, den der Kritiker Stefan Keim als eines der wichtigsten neuen deutschsprachigen Stücke des Jahres lobte.

17.00 Uhr Brunhild

Nach Texten von Tor Åge Bringsværd, Hans Dreher, Bull Durham, Bret Easton Ellis, Magdalena Helmig, Frank Herbert, Arne Nobel, Michael Ondaatje, Harald Reinl, Frank Rosenberg, Dan Simmons, David Foster Wallace..
Sehnsucht, Insel, Fühlsucht, Leidenschaft, Liebe, Langeweile, Rausch, Einsamkeit, Klosett, Wein, Defloration, Durst, Hunger, Blut, Reibi, Schmerz, Scherbenherz, Schatten, Spiel, Feuer, Eis, Kampf, Musik, Trugbild, Tränen, Schwur, Schwert, Stein, Speer, Schild, Rüstung, ZNS, Gürtel, Schleier, Tod, Braut, Hochzeit, Hoffnungslosigkeit, Vater, Trauer, Angst, Alptraum, Verrat, Mord, Ehre, Mut, Runen, Panzer, Schiffe, Drachen, Brüste, Festung, Donner, Wind, Sand, Dunkelheit, Licht, Leben, Tod, Du, Ich, Raben, Unheil, Gischt, Gier, Wollust, Tausend, Verletzung, Wunde, Würmer, Spiegel, Verlierer, Meer - das Meer...

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REGIE: Arne Nobel
AUSSTATTUNG: Arne Nobel, Jan Zygiel
FASSUNG: Hans Dreher, Arne Nobel
ASSISTENZ: Jan Zygiel
MIT: Magdalena Helmig
DAUER: ca. 60 Minuten

 

18.20 Uhr Ute, die Gute

Wer spricht von denen, die übrig blieben? Die das Etzel-Gemetzel überlebten? Ute ist noch da. Ute, die Mutter von Kriemhild, von Gunther, Gernot und Giselher. Man weiß nicht viel von ihr, vielleicht noch, dass sie ihrer Tochter damals den berühmten Falken-Traum deutete: „Der valke den du ziuhest, daz ist ein edel man: / In welle got behüeten, du muost ihn schiere vloren hân.” („Der Falke, den du dir ziehst, das ist ein edler Mann: / Wenn Gott ihn nicht behüten wird, wirst du ihn schnell wieder verlieren.”) So viel zu Siegfried. Danach aber ward nicht mehr viel von ihr gehört. Und gesehen schon gar nicht. – Die Uraufführung „Ute, die Gute“ verschafft dieser Mutter aller Könige endlich den großen Auftritt. Starr und stark und scharfzüngig hat Ute (fast) alle überlebt. Im Versteck, in ihrem Bunker in Burgund. Man weiß nicht, wie lange sie dort schon ausharrt. Sie trinkt viel, Burgunderwein, natürlich. Und so könnte es ewig weiter gehen. Wenn nicht der Einmarsch der Hunnen drohte. Die alte Festung Europa steht nicht mehr, Worms, die letzte Bastion des Westens, ist umlagert vom Feind aus dem fernen Osten. Und nicht nur das. Auch in ihrem eigenen Reich will man Ute an die Wäsche. Denn sie hat etwas, das immer noch Begehrlichkeiten weckt: den Gürtel der Brunhild! Deren Gefolgsleute wollen das Allmacht verheißende Kleidungsstück um jeden Preis zurück. Doch nur Ute weiß, wo es sich befindet. Wird sie das Geheimnis mit ins Grab nehmen? Welche Rolle spielt der junge Diener, der Ute nicht von der Seite weicht? Und wie war das eigentlich damals wirklich, als Hagen Ute, nun ja, vor die Füße kotzte? – „Ute, die Gute“ erzählt die nie zuvor gehörte Vorgeschichte allen Übels und das ungeahnte Ende aller Wormser Tage. In einer Nacht im Bunker spielt sich ein skurriles Psychodrama ab, rund um eine Frau, die von den Nibelungen mehr als ein Lied singen kann. Prost!

REGIE: Michael Lippold
BÜHNE, KOSTÜME: Michael Lippold
ASSISTENZ: Lydia Dykier, Michael Schlothane
MIT: Felix Lampert, Karin Moog
DAUER: ca. 90 Minuten

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20.10 Uhr Volkers Lied(der Nibelungen) von Werner Streletz

Uraufführung

Gebrochen kommen die drei Sagenfiguren Brünhild, Hagen und Volker an in einer unscharfen Gegenwart. Über ein Jahrtausend ist vergangen, doch die damaligen Erlebnisse der Nibelungen – die vielen Toten, der rote Saft, der von den Schilden tropfe – bleiben für sie wirklicher als jeden Atemzug, den sie in ihrer improvisierten Bleibe tun.
Brünhild, einstige Königin mit der Kraft von zwölf Männern. Einst musste sie sich sorgen „jedes Glas sofort zu zerbrechen / das ich zu kräftig anpacke / jede Hand, die ich zum Gruße drücke / schlichtweg zu zerquetschen“, doch weg ist nun die Götterstärke. Es bleibt nur der Hass auf Siegfried, ihren Verräter.

Hagen, der finstere Recke, längst der Dienste am König entbunden, längst frei der Ritterpflicht, versucht sich weiter als Pläneschmied. Für einen mysteriösen Geschäftsmann will er den Nibelungenhort aus der Donau heben, doch wird er zunehmend von Visionen des von ihm getöteten Rivalen Siegfried heimgesucht. Sind es wirklich Visionen?

Volker, der Spielmann, „auf der Fidel genau so brillant / wie mit dem Schwert“, der froh ist, dass das Schlachten ein Ende hat, seine Musik aber überdauert. Seine Heimat ist Alzey: Ein Ort der Wissens, der Heilung. Des Friedens. Führt für ihn ein Weg dorthin zurück?

Mit seinem ersten Theaterstück, dem finalen Teil der Nibelungen-Reihe des Rottstr5Theaters, zeichnet Bochumer Autor Werner Streletz ein zutiefst menschliches Porträt dreier Sagengestalten, denen die Zeit des Heldentums abhanden gekommen ist.

„Gemeuchelt wir immer / Gewalt zeugt Gewalt / Terror zeugt Terror / Blut säuft Blut /
Eine nach unten hin offene / unheilvolle Spirale.“

REGIE: Hans Dreher
MIT: Andreas Bittl, Martin Bretschneider, Dagny Dewath
DAUER: ca. 90 Minuten

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22.00 Uhr Hagens Klage

Der blutrünstige Nordmann mit der Augenklappe betritt die Bühne. Verrat, Mord und Rache erfahren in dieser Figur eine fatalistische Beschleunigung. Doch wer war Hagen von Tronje wirklich? Der ewige Finsterling, der den Götterliebling Siegfried hinterrücks ermordete oder der treue Waffenmeister am Hofe Burgunds, der größeres Unheil vermeiden wollte? Das Rottstr5Theater begibt sich mit der Uraufführung von „Hagens Klage“ auf eine Spurensuche und befördert Ungeheuerliches zutage: Fafnirs Triumph ist der Lindwurm in jedem von uns.

Regisseur Oliver Paolo Thomas inszeniert den Text von Hans Dreher und Carsten Marc Pfeffer als performatives Musikalstück. Fünf Gitarristen setzen die Leitthemen aus Wagners RING in der Bearbeitung von Boris Jakov Babic kraftvoll in Szene. Vom bekannten Ritt der Walküren bis zu „Siegfrieds Hornruf“ stellt die musikalische Neuinterpretation die Erfahrbarkeit des Wagner’schen Œuvres auch ohne die Unmöglichkeit der Oper eindrucksvoll unter Beweis.

„Denn Blut wird zu Tinte allein im Heldentod. Und unsterblich sein im Schlachtgesange, das ist der Nibelungen Not.“
REGIE: Oliver Paolo Thomas
MUSIKALISCHE LEITUNG: Boris Kakov Babic
AUSSTATTUNG: Oliver Paolo Thomas
MITARBEIT AUSSTATTUNG: Charlene Markow
MUSIKER: Boris Jakov Babic (Gitarre), Simon Marius Krämer (Gitarre), Jan Schimmelpfennig (Schlagwerk), Till Knaudt (Bass)
ASSISTENZ: Jan Zygiel, Akbar Paktin

MIT: Felix Lampert, Charlene Markow
DAUER: ca. 60 Minuten

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23.20 Uhr Loges Plan

Zu Beginn des „Rheingold“ – dem Vorspiel von Richard Wagners „Ring des Nibelungen“ – ist die Welt bestens geordnet. Unter dem Zeichen von Wotans Speer herrschen Gesetz und die Macht der Verträge. In dieser Ordnung gibt es lediglich einen Schwachpunkt. In einem Anfall von Größenwahn beauftragt Wotan die Riesen Fasold und Fafner, die Burg Walhall zu errichten. Es ist Wotans Lebenstraum und Großtat. Als Lohn verspricht er den Riesen die Göttin Freia – wohl wissend, dass er sie nicht entbehren kann, da sie als einzige die Pflege der goldenen Äpfel, die das Überleben der Götter sichern, beherrscht. Er schickt Loge in die Welt, um einen Ersatz für Freia zu finden. Loge ist als Gott der Lüge und des Feuers eigentlich kein vollwertiges Mitglied von Wotans Wälsungen-Geschlecht. Er wurde von diesem gegen den Willen der anderen Götter aufgenommen und steht unter dem persönlichen Schutz Wotans. Loge durchsucht erfolglos die gesamte Welt nach einem gleichwertigen Ersatz für Freia. Seine letzte Station sind die Tiefen des Rheins. Hier entwickelt er einen Plan, dessen Ziel weit mehr ist, als Wotan sich je vorzustellen vermochte… Loge plant den Umsturz, die Vernichtung des Systems Walhall, den Weltbrand – die Götterdämmerung.

REGIE: Honke Rambow
MIT: Alexander Ritter
DAUER: ca. 50 Minuten

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Konzert mit Kapelsky

14. Juni >

22.30 Uhr
B.A.R

 Kapelsky

 
 

Kapelsky sind die drei Musiker Gregor Hengesbach, Michael Ashauer, Jani Weichsel.
Der Stilrichtung von Kapelsky nennt sich „Ostperanto-Folkjazz“. Bandsound und Repertoire verbinden stilistische Komponenten verschiedenster europäischer Gypsie-Musik und begegnen diesen mit einer „jazzigen“ Experimentierfreude ohne Rücksicht auf Traditionsdogmen.

Die Instrumentierung (Violine, Gitarre, Konrabaß) ist der Manoush Stilistik entlehnt, dem französischen Gypsy Swing, bekannt geworden durch Django Reinhardt und Stephane Grapelli.
Traditionelle Klezmer-Songs erhalten durch eigenständige Arrangements und moderne
Improvisationskonzepte eine persönliche und zeitgenössische Note.
Bei den Eigenkompositionen erweitern Kapelsky das harmonische und rhythmische Vokabular des Folkloristischen und brechen auf in modernere Jazzgefilde.

Umgekehrt werden scheinbar genrefremde Elemente wiederum „folklorisiert“, so atmet ein Miles Davis Stück mit einigen Kunstgriffen eine orientalisch/balkaneske Atmossphäre, wird der Pathos eines bombastischen „Also sprach Zarathustra“ ironisch zu einer schelmischen Polka verballhornt.
Überhaupt sind Humor, Ironie und das Spiel mit Klischees immer wieder eine wichtige Inspirationsquelle.


Andreas Bittl:
A little bit of Bittl

15. Juni >

23.00 Uhr
B.A.R

 Andreas Bittl

 
  Ob eine musikalische Reise von Wien aus in die ganze Welt, über Frankreich bis in den Wilden Westen, ins Rotlichtmilieu oder in die Klassik, der Schauspieler und Musiker Andreas Bittl überträgt Wienerlied, Seemannslied, Chanson, Folk und Mozart aufs Akkordeon, inklusive Wiener Schmäh und dem Besten aus der
Rottstr5Theater-Reihe „a little Bittl of ...".

Jürgen Sarkiss & Peter Engelhardt in Concert

16. Juni >

23.30 Uhr
B.A.R

 Peter Engelhardt, Jürgen Sarkiss

 
 

Das Oberhausener Ensemblemitglied Jürgen Sarkiss (Gesang) und Gitarrist Peter Engelhardt haben sich zu einem besonderen musikalischen Duo formiert: Hier paart sich schierer Rock`n Roll mit zarten Singer/Songwriter Momenten. Die beiden Musiker loten dynamische Möglichkeiten aus, grenzwandern durch musikalische Genres, streifen Jazzgefilde ebenso wie harten New York Rock oder funkigen Blues. Trotz der Vielfalt an musikalischen Ebenen schaffen es die beiden, eine ganz persönliche und unverwechselbare Sprache zu entwickeln. Die Duo-Konstellation ermöglicht das herausarbeiten von Nuancen, musikalisch wie textlich, die man in größeren Besetzungen oft vergeblich sucht. Und über allem steht diese überwältigende Kraft ...

Schwarzbank:
Kohle für alle!

17. Juni >

15.00 Uhr / ZELT

 

 

 
  Im März 2012 gründete das Theater Oberhausen gemeinsam mit dem Performance-Netzwerk Geheimagentur eine Bank, die Schwarzbank, und gab eine eigene Währung für Oberhausen heraus: Kohle. Das Stadtprojekt fand riesigen Anklang in der Stadt, aber auch in regionalen, nationalen und internationalern Medien. Es gibt viele Vorschläge, wie es mit der Kohle in Oberhausen weitergehen soll. Nun, beim NRW-Theatertreffen 2012, blicken wir auf das Projekt zurück und diskutieren über die Zukunft der Kohle.

FUSSBALL-EM

13. und 17. Juni >

 

 

 

 
  Am 13. und 17. Juni organisieren wir ein Public Viewing der Deutschlandspiele im Zelt.

Spielplan

sonntag 10.06.

 

17.00 Uhr / Theaterzelt

Eröffnung

Eintritt frei!

 

NRW-Partnerland Polen
18.00 Uhr / Großes Haus


Teatr Łaznia Nowa (Krakau)

Enter the Dragon. Trailer

Mateusz Pakula
Regie:
Bartosz Szydłowski
Eintritt 5,00-14,00 €

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20.30 Uhr / Theaterzelt

Polnische Party

mit Buffet, DJ, Live-Musik
Eintritt frei!

 

 

 

 

montag 11.06.

 

11.00 Uhr / Haus der Jugend

Theater Oberhausen

Frühlings Erwachen

nach Frank Wedekind

Regie: Karsten Dahlem
Eintritt 5,00-14,00 €
Nicht im Festivalpass enthalten

 

18.30 Uhr / Malersaal
Einführung 30 Minuten vor Vorstellungsbeginn im Theaterzelt

Theater Bonn

Der Wind macht das Fähnchen

Philipp Löhle

Regie: Dominic Friedel
Eintritt 5,00-14,00 €

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 20.15 Uhr / Großes Haus
Einführung 30 Minuten vor Vorstellungsbeginn im Theaterzelt


Wuppertaler Bühnen

Die Kontrakte des Kaufmanns

Elfriede Jelinek

Regie: Christian von Treskow
Eintritt 5,00/11,00-22,50 €

 

 

 

 

dienstag 12.06.

 

11.00 Uhr / Haus der Jugend

Theater Oberhausen

Frühlings Erwachen

Frank Wedekind

Regie Karsten Dahlem
Eintritt 5,00-14,00 €
Nicht im Festivalpass enthalten

 

19.00 Uhr / Malersaal

Burghofbühne Dinslaken

Wer durchs Laub geht

Franz Xaver Kroetz

Regie Thorsten Weckherlin
Eintritt 5,00-14,00 €

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20.30 Uhr / Großes Haus

Schauspiel Essen

Ulrike Maria Stuart

Elfriede Jelinek

Regie Hermann Schmidt-Rahmer
Eintritt 5,00/11,00-22,50 €

 


 


mittwoch 13.06.

 

17.30 Uhr / Malersaal

Theater Marabu Bonn

Frau Meier, die Amsel

Wolf Erlbruch

Regie Rüdiger Pape
Gewinner bei westwind 2011
Eintritt 5,00-8,00 €

 

19.30 Uhr / Großes Haus

Schauspiel Köln

Wir Kinder von Theben

nach Euripides
Regie
Robert Borgmann
Eintritt 5,00/11,00-22,50 €

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21.30 Uhr / b.a.r

Theater Bielefeld

Unfun

nach Matias Faldbakken

Regie Felix Rothenhäusler
Eintritt 5,00 €

 

 20.45 Uhr / Theaterzelt

Fussball-EM

Deutschland - Niederlande
Public Viewing
Eintritt frei!

donnerstag 14.06.

 

 11.00-16.00 Uhr / b.a.r

AUDIENCE DEVELOPMENT

Präsentation und Workshop

 

18.00 Uhr / Malersaal
Einführung 30 Minuten vor Vorstellungsbeginn im Theaterzelt

Schlosstheater Moers

Der Geizige

nach Molière

Regie Philipp Preuss
Eintritt 5,00-14,00 €

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20.15 Uhr / Großes Haus
Einführung 30 Minuten vor Vorstellungsbeginn im Theaterzelt

Schauspielhaus Bochum

Das Leben ist kein Fahrrad

Biljana Srbljanović

Regie Anselm Weber
Eintritt 5,00/11,00-22,50 €

 

22.30 Uhr / b.a.r

Kapelsky

in Concert
Eintritt frei!

freitag 15.06.

 

18.00 Uhr / Malersaal
Einführung 30 Minuten vor Vorstellungsbeginn im Theaterzelt

Theater Oberhausen / Ringlokschuppen

Angst und Abscheu in der BRD

Dirk Laucke
Regie Dirk Laucke
Eintritt 5,00-14,00 €

 

20.15 Uhr / Großes Haus
Einführung 30 Minuten vor Vorstellungsbeginn im Theaterzelt


Düsseldorfer Schauspielhaus

Karte und Gebiet

nach Michel Houellebecq
Regie
Falk Richter
Eintritt 5,00/11,00-22,50 €

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23.00 Uhr / b.a.r

A Little Bit of Bittl

Konzert von und mit Andreas Bittl
Eintritt frei!

 

 

 

 

samstag 16.06.

 

17.00 Uhr / Malsersaal

Rottstr5Theater

Der Bochumer Ring

Eintritt 5,00-14,00 €
 

19.00 Uhr / Großes Haus
Einführung 30 Minuten vor Vorstellungsbeinn im Theaterzelt

Schauspiel Dortmund

Nora / Gespenster

Henrik Ibsen

Regie Kay Voges
Eintritt 5,00/11,00-22,50 €

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23.30 Uhr / b.a.r

Jürgen Sarkiss
& Peter Engelhardt

In Concert
Eintritt frei!

 

 

 
 

sonntag 17.06.

 

15.00 Uhr / Malersaal

Consol Theater Gelsenkirchen

Adler an Falke

Regie Andrea Kramer
Gewinner bei westwind 2011
Eintritt 5,00-8,00 €
 

 

15.00 Uhr / Theaterzelt

Geheimagentur

Schwarzbank:
Kohle für alle!

Diskussion

 

 

16.30 Uhr / Großes Haus
Einführung 30 Minuten vor Vorstellungsbeginn im Theaterzelt

Theater an der Ruhr

Was ihr wollt

William Shakespeare
Regie Karin Neuhäuser
Eintritt 5,00/11,00-22,50 €

 

19.00 Uhr / Großes Haus

Preisverleihung

mit musikalischem Programm
Eintritt frei!

Spielplan als PDF downloaden >

 

20.45 Uhr / Theaterzelt

Fussball-EM

Deutschland - Dänemark
Public Viewing
Eintritt frei!

 

 

 

 

Festival-Jury

Die Mitglieder der Festivaljury geben wir in Kürze bekannt.

Preisträger

Die Preisträger des NRW Theatertreffen 2012 werden während des Festivals von einer Jury bestimmt und bei der Preisverleihung am Sonntag, den 17.06. 12 um 19.00 Uhr im Großen Haus bekannt gegeben.

Spielorte

Theater Oberhausen

Will-Quadflieg-Platz 1
46045 Oberhausen

 

 

 

Jugendkulturzentrum
Haus der Jugend

John-Lennon-Platz 1
46045 Oberhausen

 

 

Vorverkaufsstellen

Ticket Paket anfordern

Ein Tagestickets können Sie für 25 € und
einen Festivalpass können Sie für 70 € erwerben.


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Theater Oberhausen

 

 

 
Mo 12.00-18.30 Uhr
Di-Fr 10.00-18.30 Uhr
Sa 10.00-13.00 Uhr
und jeweils 1 Std. vor der Vorstellung

TICKETCENTER

Will-Quadflieg-Platz 1
46045 Oberhausen

Ticket-Hotline

(0208) 85 78-184


Neben den Einzeltickets für jede Veranstaltung können Sie Tagestickets für 25 € und einen Festivalpass für 70 € erwerben.

Diese Angebote gelten nicht für die Vorstellungen von Frühlings Erwachen.

 

 

RUHR.VISITORCENTER Oberhausen im CentrO.

 

 

 
Mo-Sa 10.00-19.00 Uhr
So und Feiertage 11.00-14.00 Uhr (April-Dezember)

TICKETCENTER

Promenade 77
46047 Oberhausen

Ticket-Hotline

(0208) 82457-0
 

 

 

RUHR.INFOLOUNGE
am Hauptbahnhof

 

 

 
Mo-Fr 9.30-18.30 Uhr
Sa 10.00-14.00 Uhr 

TICKETCENTER

Willy-Brandt-Platz 2
46045 Oberhausen

Ticket-Hotline

(0208) 82457-0
 

 

 

Tourist-Info im Medienhaus

 

 

 
Mo-Fr 9.00-18.00 Uhr
Sa 10.00-14.00 Uhr 

TICKETCENTER

Synagogenplatz 3
45468 Mülheim

Ticket-Hotline

(0208) 960 960
 

 

Bei allen CTS eventim Vorverkaufsstellen sowie NRZ und WAZ Ticket-Shops

MEDIENPARTNERSCHAFTEN

K.West Kultur.Kino.Ruhr WDR 3

Land Nordrhein-Westfalen Gefördert vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen

NRW Theatertreffen 2012

Theater Oberhausen
Will-Quadflieg-Platz 1
46045 Oberhausen

Gestaltung und technische Umsetzung:
bgp e.media GmbH
Agentur für Internet und Webdesign 
Multimedia und Software Entwicklung
Max-Planck-Ring 56
46049 Oberhausen
http://www.bgp-emedia.de
emedia@bgp-emedia.de

in Zusammenarbeit mit
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Max-Planck-Ring 56
46049 Oberhausen
http://www.baumann-intermedia.de
info@baumann-intermedia.de